Bei Patienten mit einem Zungenpiercing sind Zahnärzte häufig ratlos. Eine Umfrage auf dem Treffen der American Association for Dental Research ergab, dass fast 81 Prozent der Zahnärzte gepiercte Patienten haben, immer mehr Menschen unterschiedlicher Altersklassen Zahnschmuck tragen und kaum ein Zahnarzt Grundkenntnisse in oralem Piercing besitzt.
Die steigende Piercing-Mode erfordert ein fachgerechtes Wissen sowohl über die Durchführungstechnik als auch über den Zahnschmuck, erklärte der Wissenschaftler Steven Kuhn auf der Tagung. Die Umfrage ergab, dass fast 79 Prozent der befragten Zahnärzte nicht in der Lage waren, ihre Patienten über diese Mode und den angewandten Zahnschmuck zu beraten. Dabei seien Kenntnisse über die Art und die genaue Lokalisation des oralen Piercings notwendig. Ebenso wichtig sind Grundlagen über die unterschiedlichen Schmucktypen, erläuterte Kuhn.
Zunehmend klagen Patienten über Beschwerden auf Grund des oralen Piercings. So hat bereits fast ein Viertel der befragten Zahnärzte die Folgen des Piercings behandelt. Die häufigsten Komplikationen sind gebrochene oder zerkratze Zähne, zerrissenes Gewebe, Zahnfleischentzündungen und Infektionen. In seltenen Fällen können auch allergische Reaktionen gegen den Schmuck oder Beschwerden der Zunge vorkommen.
Zahnärzte sollten Patienten nicht nur über das Zähneputzen aufklären, sondern auch mehr über das orale Piercing vermitteln können, forderte Kuhn. Zukünftige Studien sollen Fragen der Haftbarkeit und Legalität beim Piercing untersuchen.
Dr.Leyla-Manuela Schmidt




