Mike versteht was von Tauben, er weiß uns zu nehmen. Und er liebt uns, mehr als euch Menschen (gurrt).
Ich verstehe: la belle et la bête – die Schöne und das Ungeheuer.
Igitt! Hören Sie doch auf mit dem französischen Romantikgesülze! Wir sind Fighter – wie Mike. Er war 13 und noch ein Kind und züchtete Brieftauben in Brooklyn, als einer seiner Kumpel einer verletzten Kollegin von uns den Hals umdrehte. Da hat er den Mörder und seine Freunde platt gemacht. So wurde er Boxer. Wir haben ihn motiviert (kollert).
Wo kommen Sie gerade her?
Wo soll eine Brieftaube schon herkommen? Von einem Flug natürlich. Habe jetzt an die 1000 Kilometer weggeflattert, viel mehr geht nicht. Mein Ziel: der Heimatschlag in Las Vegas. Da führt kein Weg vorbei.
Erstaunlich, wie Sie sich zurechtfinden, ohne Navi.
Wir haben eben eine feinere Sensorik als ihr. Ich weiß nicht, ob Sie das kapieren, aber wir haben im oberen Teil unseres Schnabels, sozusagen in unserer Nase, einen Sensor, mit dem wir die Stärke des Magnetfeldes der Erde exakt messen und so unsere geografische Position bestimmen können. Ähnlich wie eure Marschflugkörper ins Ziel finden, kommen wir zu unserem Heimatschlag. Nur nicht so explosiv!
Na ja, so weit ich weiß, waren einige von Ihnen in Kriegen aktiv.
Sie sind mir vielleicht ein Vogel! Da haben wir doch für euch die Kastanien aus dem Feuer geholt, zum Beispiel nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo. Da hat eine von uns am 18. Juni 1815 den Sieg an die englische Regierung übermittelt. Ihr wart ja zu lahm und unbeweglich (kollert).
Ich weiß, mit euren Heldentaten könnte man Kriegsfilme drehen.
Zum Beispiel G. I. Joe, ein wundervoller Täuberich. Er diente im Zweiten Weltkrieg im United States Army Signal Corps als Meldeflieger. Sein Vorgänger war Cher Ami, der im Ersten Weltkrieg in Frankreich eingesetzt wurde. Kein Sperrfeuer konnte ihn runterholen. Er starb friedlich 1919, ein Jahr nach Kriegsende.
Das heißt: Sie scheuen keine Gefahr. Und keinen Tyson! Ich dachte, Sie sind der Friedensbote?





