Wissenschaftlern gelang es erstmals ein Quallen-Gen mit der befruchteten Eizelle eines Rhesus-Affen in die Plazenta der Mutter zu übertragen. Während der gesamten Entwicklung des Embryos blieb das Gen in der Plazenta funktionstüchtig und funktionierte genauso wie in der Qualle. Ihre Studie erschien im Wissenschaftsjournal Proceedings of the National Academy of Sciences vom 11. September.
Bei Säugetieren entwickelt sich die Plazenta aus dem Embryo und verbindet ihn während seiner Entwicklung mit der Mutter. Über die Plazenta nimmt der Embryo Nährstoffe auf und gibt Stoffwechselprodukte ab. Die von dem Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Thaddeus Golos von der University of Wisconsin-Madison erzeugten Affen waren über eine gentechnisch veränderte Plazenta mit ihrer Mutter verbunden. Das Gen befand sich also nicht in ihrem Genom.
Das in die Plazenta integrierte Gen stammt von einer Qualle. Bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht fluoresziert das von dem Gen kodierte Protein grün. Die Wissenschaftler wiesen die Funktionstüchtigkeit des Gens durch mikroskopische Untersuchungen nach. Während der gesamten Entwicklung des Affen produzierten die Plazentazellen das Protein.
Bereits im letzten Jahr berichteten Wissenschaftler von einem gentechnisch veränderten Affen. Das in sein Genom integrierte Gen war aber nicht funktionstüchtig. “Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Erfolg gentechnischen Studien hängt davon ab, ob das Protein auch produziert wird”, erklärte Golos.
Durch diese neue Technik können Wissenschaftler mehr über die Funktionsweise der Plazenta lernen. Die sich entwickelnden Affen besitzen auch Gene von ihrem Vater und deren Produkte, die Proteine, müssen vom Immunsystem der Mutter toleriert werden. Die Plazenta ist die Verbindungsstelle zwischen dem sich entwickelnden Affen und der Mutter und nimmt wahrscheinlich eine Schlüsselstellung ein. “Eine gesunde Plazenta ist die Vorbedingung für einen gesunden Fetus. Fehlfunktionen der Plazenta können zum Tod der Mutter und auch des Fetus führen”, sagt Golos.
Ralf Möller





