Ein Wirkstoff, der UV-Strahlungsschäden der DNS ausbessert, könnte in vielen Fällen die Entstehung von Hautkrebs verhindern. Über die chemische Herstellung einer solchen möglichen Eiweißverbindung berichteten amerikanische Wissenschaftler der University of Notre Dame auf einer Tagung der American Chemical Society in San Diego.
Als Vorbild für die Konstruktion eines derartigen Biokatalysators diente ein Enzym aus E. coli, das sogenannte “Thymin-Dimere” erkennt. Dabei handelt es sich um die durch UV-Strahlung verursachte chemische Verknüpfung zweier benachbarter Thyminbasen innerhalb eines DNS-Strangs. Solche Dimere verändern die DNS-Doppelstrangstruktur, wodurch Fehler bei der Verdopplung des genetischen Materials entstehen. Dies wiederum kann die Ursache von Hautkrebs sein.
Experimentell nachgewiesen ist bisher nur, dass das künstlich hergestellte Enzym sich an freie Thymin-Dimere anlagert und deren Verbindung wieder auflöst. “Wir hoffen, dass das auch geschieht, wenn die Dimere Bestandteile eines DNS-Moleküls sind”, sagt Teamleiter Olaf Wiest.
Die Wissenschaftler dämpfen allerdings die Hoffnung auf ein schon bald erhältliches Produkt zur Behandlung von UV-Strahlungsschäden. Mindestens zehn Jahre werde es noch dauern, bis alle nötigen Laborversuche, eventuelle Modifikationen und klinische Erprobungen abgeschlossen seien.
In jeder Zelle gibt es ein aus mehreren Komponenten bestehendes DNS-Reparatursystem, das Schäden im Erbmaterial erkennt und ausbessert. Bei zu starker Schädigung ist dieser Reparaturmechanismus überlastet, so dass DNS-Schäden erhalten bleiben, die krebsartiges Zellwachstum auslösen können.
Joachim Czichos





