Immer häufiger suchen Dürren, Überschwemmungen und heftige Stürme viele Bereiche der Erde heim: Im Zuge des Klimawandels kommt es zu mehr und intensiveren Extremwetter-Ereignissen. Sie können durch ihre enorme Zerstörungskraft bekanntlich viel menschliches Leid verursachen sowie für gigantische ökonomische Schäden sorgen. Jede weitere Temperaturerhöhung, die vor allem an die Freisetzung von Kohlendioxid gekoppelt ist, trägt dabei zu dem Bedrohungspotenzial bei.
Um den ökonomischen Aspekt des Zusammenhangs zu verdeutlichen, werden bereits Einschätzungen zu den gesellschaftlichen Kosten von CO₂-Emissionen entwickelt. Es handelt sich dabei um Werte, die verdeutlichen sollen, welche finanziellen Schäden durch die Emission einer zusätzlichen Tonne CO₂ in die Atmosphäre entstehen könnten. Diese Kennzahlen werden häufig bei der Bewertung von Klimaschutzbemühungen als Orientierungswert herangezogen. Denn sie bieten eine gewisse Vergleichsmöglichkeit der gesellschaftlichen Folgekosten des Klimawandels mit dem finanziellen Aufwand für Maßnahmen zu dessen Eindämmung.
Mehr als der akute Schaden
Wie hoch die Folgekosten allerdings tatsächlich sind, ist schwer zu erfassen, da die Auswirkungen des Klimawandels und den damit verbundenen Wetterextremen komplex sind. Genau dies verdeutlicht nun auch die aktuelle Studie mit Blick auf einen speziellen Aspekt: “Bisher werden die langfristigen Auswirkungen von Extremwetter-Ereignissen nicht bei der Berechnung der gesellschaftlichen Kosten von CO₂-Emissionen berücksichtigt, sodass die derzeitigen Abschätzungen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Das bedeutet, dass der Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen stark unterschätzt wird, da die wahren Kosten wahrscheinlich weitaus höher sind”, sagt Co-Autorin Franziska Piontek vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
Um die Bedeutung dieses Aspekts zu verdeutlichen, haben sich die Wissenschaftler die tropischen Wirbelstürme als Beispiel ausgesucht. Dabei handelt es sich bekanntlich um besonders heftige und häufige Naturkatastrophen, von denen dicht bevölkerte sowie wirtschaftlich wichtige Regionen der Welt betroffen sind. Die Stürme können dort für verheerende Zerstörungen an Gebäuden und der Infrastruktur sorgen – von denen sich die Gesellschaft manchmal nur langsam wieder erholt. Genau auf diesen Aspekt haben die Wissenschaftler bei ihrer Studie den Fokus gelegt: Sie erfassten die langfristigen wirtschaftlichen Negativeffekte von Wirbelstürmen, die in 41 Ländern im Zeitraum von 1981 bis 2015 gewütet haben. Sie verbanden diese Informationen dann mit Prognosen bei verschiedenen zukünftige Wirtschaftsentwicklungs- und Erwärmungsszenarien.





