Sie sprechen von dem Nachzuchtprogramm im Melbourner Zoo, wo Sie bereits mehrere Dutzend Nachkommen hervorgebracht haben.
Genau. Wir sind ja hier in Melbourne quasi im Exil. Die Wissenschaftler und Assistenten kümmern sich zwar rührend um uns, es fehlt uns eigentlich an nichts, aber wir wollen trotzdem so schnell wie möglich wieder zurück in unsere Heimat. Wir vermissen den Dschungel und das feuchte Unterholz der Lord-Howe-Insel!
Auf der Sie ursprünglich heimisch waren .
. bis 1918 ein paar Ratten von dem gestrandeten Dampfer Makambo auf der Insel landeten. Schrecklich! Wir waren ihnen wehrlos ausgeliefert, und innerhalb weniger Jahre haben die Viecher alle unsere Leute auf der Insel aufgefressen. Unsere gesamte Population wurde vernichtet!
Bis auf ein paar Überlebende auf der abgelegenen Felseninsel Ball’s Pyramid.
Ja, zum Glück.
Ehrlich gesagt, haben wir manchmal Zweifel, ob diese Geschichte wahr sein kann. Sie ist eigentlich nicht zu glauben.
Was genau meinen Sie? Dass unsere kleine Gruppe auf dieser kargen Insel überlebt hat?
Zum Beispiel. Das ist doch das genaue Gegenteil Ihres ursprünglichen Lebensraums.
Stimmt, die Insel ist ganz schön lebensfeindlich. Von Dschungel keine Spur. Aber wir haben dort trotzdem einen Ort gefunden, an dem es sich aushalten lässt: eine Felsterrasse, auf der durch Ritzen sickerndes Wasser genügend Feuchtigkeit bildet, sodass sich ein Teebaum-Gebüsch halten kann. Da können wir uns tagsüber zwischen den Wurzeln verstecken, und nachts können wir an den zarten Blattspitzen fressen.
Unglaublich. Das ist die einzige Stelle auf der ganzen Insel?
Ja. Das war unser Refugium. Und dort haben uns schließlich auch die Wissenschaftler von der Umwelt- und Naturschutzbehörde von New South Wales gefunden – und einige von uns mit nach Melbourne genommen.
Jetzt haben Sie uns noch nicht verraten, wie Sie es überhaupt von Lord Howe nach Ball’s Pyramid geschafft haben, obwohl sie weder schwimmen noch fliegen können und es zwischen den beiden Inseln nie eine Landverbindung gegeben hat.





