„Das haben wir schon immer gesagt” – Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel fühlt sich bestätigt. Ein internationales Forscherteam um Xuebin Zhang vom kanadischen Umweltministerium hatte herausgefunden, dass es auf großen Teilen der nördlichen Halbkugel mehr regnet als vor einem Jahrhundert. Die Wissenschaftler hatten erstmals Niederschlagsdaten aus einem Zeitraum von 75 Jahren nach der geografischen Breite aufgeschlüsselt. Die Veränderung der Regenmengen war in früheren Studien unbemerkt geblieben. Daten aus Gebieten mit zunehmenden und abnehmenden Niederschlägen heben sich nämlich gegenseitig auf, wenn man die Erde als Ganzes betrachtet. Die Klimaforscher verglichen regionale Niederschläge in mehreren Simulationen. Zunächst nahmen sie natürliche Ursachen an wie vulkanische Aerosole, anschließend untersuchten sie die Wirkung von Treibhausgasen. Dann ließen sie beide Möglichkeiten zu. Das kam der Wirklichkeit am nächsten: Zwischen 50 und 85 Prozent der Schuld an der zunehmenden Nässe auf der Nordhalbkugel, schätzen die Wissenschaftler, trägt demnach der Mensch. Für Mojib Latif sind jedoch die Wetterextreme viel bedenklicher als die Veränderung der durchschnittlichen Niederschlagsmenge: „In Mitteleuropa gibt es immer mehr anhaltende Trockenperioden und sintflutartige Regenfälle.”





