Text: Stephanie Eichler
Im Natur-Park Südgelände in Berlin-Schöneberg räumt die Parkverwaltung abgestorbene Bäume nicht weg. Auf dem ehemaligen Bahngelände liegen kreuz und quer Stämme übereinander und verrotten. Sträucher wuchern wild und Efeu darf ranken, wie und wo es will. „Das ist urbane Wildnis“, erläutert Ingo Kowarik, Ökologe an der Technischen Universität Berlin, während er den Park auf einem eigens dafür vorgesehenen Wegenetz durchläuft. Besucherinnen und Besucher dürfen nur die befestigten Wege nutzen, um Bodenbrüter nicht zu stören. „Die Fläche ist das Geschenk einer schlimmen Vergangenheit“, erklärt der Wissenschaftler. Im Zuge der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Gleise stillgelegt und im Lauf der Jahrzehnte von der Natur zurückerobert. Über 50 Gehölzarten wie Birken, Robinien, Eichen und Ahorn siedelten sich von allein an. Doch um zu erreichen, dass der aufkommende Wald die vielen Offenlandarten nicht verdrängt, waren menschliche Eingriffe nötig.





