Stuten sind häufig Rechts”händer”, während die meisten Hengste ihre linke Seite bevorzugen. Diese Präferenz ist wahrscheinlich angeboren, haben irische Wissenschaftler bei Tests an 40 Pferden herausgefunden. Die Händigkeit bei Pferden wirkt sich auf die Schnelligkeit und Wendigkeit in Kurven aus und könnte daher bei Pferderennen den entscheidenden Vorsprung bringen. Beim Training sollte daher die schwache Seite des Pferdes gezielt gefördert werden, zitiert das Wissenschaftsmagazin New Scientist (5. Februar, S. 19) die Wissenschaftler um Jack Murphy von der Universität in Limerick.
Trainer und Reiter beobachten häufig, dass ihre Pferde beim Laufen, Springen und Wenden auf einer Seite geschickter und kräftiger sind. Die Wissenschaftler gingen nun der Frage nach, ob diese Präferenz angeboren oder antrainiert ist. Die Forscher wählten dafür 40 untrainierte Pferde aus und beobachteten, welches Bein die Tiere zuerst bewegten und welche Seite sie bei der Umrundung eines Hindernisses bevorzugten. Außerdem prüften die Wissenschaftler, auf welche Seite sich die Tiere auf einem Heubett am liebsten drehten. Die meisten weiblichen Pferde sind geschickter mit ihren rechten Beinen, während männliche Tiere meistens die linke Seite mehr beanspruchen, ergab die Auswertung. Nur bei zehn Prozent der Pferde waren beide Seiten gleich stark.
Das Ziel jedes Trainers ist ein ausgewogenes Tier, das seine Aufgaben in beide Richtungen gleich gut erfüllen kann, sei es beim Laufen, Springen oder in der Dressur. Der Nachweis der angeborenen Händigkeit bei Pferden wird sich daher wohl auf künftige Trainingsmethoden auswirken, vermutet Murphy. Auch rechnet der Wissenschaftler damit, dass die Händigkeit der Tiere auch die Wettquoten bei Pferderennen beeinflussen könnte. In früheren Studien konnten Wissenschaftler bereits eine angeborene Händigkeit bei Hunden und Schimpansen beobachten.
ddp/wissenschaft.de ? Birgit Buchroithner





