Pflanzliches Plankton entnimmt den oberen Wasserschichten des Ozeans Kohlendioxid. Über die Nahrungskette erreicht der Kohlenstoff tiefere Ozeanschichten. Doch durch Verwesung wird der größte Teil des organischen Materials wieder “recycelt”. John Hedges von der Universität von Washington und seine Kollegen berichten in der Fachzeitschrift Nature, dass rund ein Prozent der organischen Substanzen dauerhaft am Meeresboden abgelagert werden. Sie vermuten, dass diese Substanzen in den Poren und Ritzen der Schalen von Meerestieren der Verwesung entgehen.
Die Forscher haben im Pazifischen Ozean und im Arabischen Meer die chemische Zusammensetzung des pflanzlichen Planktons und der frisch abgelagerten Sedimente miteinander verglichen. Sie fanden dabei keine signifikanten Unterschiede. Damit widerlegten sie die Vermutung, ein Teil der organischen Substanzen würde deshalb nicht verwesen, weil sie aufgrund chemischer Veränderungen konserviert würden.
80 Prozent der auf den Ozeanboden sinkenden Substanzen bestehen aus anorganischer Materie wie beispielsweise Opal oder Kalk der Schalen von Meerestieren. Deshalb vermutet Hedges, dass organische Überreste von Meerestieren im Schutz dieses Schalenmaterials schnell zum Meeresboden transportiert und begraben werden, bevor sie verwesen können.
Dieser Prozess entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid, da der Ozean sich das vom Plankton verbrauchte Kohlendioxid durch Konzentrationsausgleich aus der Luft zurückholt. Die fossilen Brennstoffe, die wir heute verbrennen, wurden vor Millionen von Jahren unter anderem von organischem Material erzeugt, das auf dem Meeresboden abgelagert wurde.
Axel Tillemans




