„ChatGPT, kannst du mir schnell ein Rezept für vegane Brownies raussuchen?“ – „Wie sage ich höflich ab, ohne jemanden zu verletzen?“ – „Was bedeutet ‚POV‘?“ Einen ähnlichen Chatverlauf mit KI-Tools haben immer mehr Menschen. Und nicht nur im Privaten, sondern auch für Firmen und neue Technologien wird Künstliche Intelligenz zunehmend wichtig. Doch all das geht zu Lasten der Umwelt, denn die erforderlichen Rechenzentren haben hohe Treibhausgas-Emissionen und brauchen zudem große Mengen an Wasser und Strom – Tendenz steigend.
Der Stromverbrauch steigt um das Elffache
Das Öko-Institut in Berlin hat nun im Auftrag von Greenpeace Deutschland die Umweltauswirkungen von Künstlicher Intelligenz näher untersucht und eine Trendanalyse bis zum Jahr 2030 erstellt. Dafür werteten die Forschenden über 95 Studien zum Thema aus. Die offensichtlichste Erkenntnis: Mit zunehmendem KI-Einsatz werden auch die digitalen Infrastrukturen – insbesondere KI-spezifische Rechenzentren – weiter ausgebaut, was wiederum mit einem höheren Stromverbrauch einhergeht. Während KI-Rechenzentren 2023 noch 50 Milliarden Kilowattstunden verbrauchten, werden es bis 2030 bereits rund 550 Milliarden sein – das Elffache. Zusammen mit den übrigen Rechenzentren werden damit im Jahr 2030 insgesamt rund 1.400 Milliarden Kilowattstunden Strom für die zentrale Datenverarbeitung anfallen, wie das Öko-Institut berichtet.
Allein mit erneuerbaren Energien wird diese enorme Menge nicht zu stemmen sein: „Auch in den kommenden Jahren werden Rechenzentren weiterhin auf fossile Energieträger wie Erdgas und Kohle angewiesen sein – mit entsprechend hohen ökologischen Kosten“, sagt Forschungskoordinator Jens Gröger. Die großen Technologieunternehmen investieren zudem in Kernkraftwerke und kleine modulare Reaktoren, um mit dem steigenden Stromverbrauch mithalten zu können. Für viele Umweltschützer ist das ein klarer Schritt in die falsche Richtung.
Was lässt sich dagegen tun?
Mehr Rechenzentren brauchen nicht nur mehr Strom, sondern auch mehr Wasser zur Kühlung ihrer Anlagen. 2030 wird der allein für KI nötige Wasserverbrauch dadurch wahrscheinlich rund 664 Milliarden Liter betragen – viermal so viel wie noch 2023. Gleichzeitig erhöht sich die Menge an ausgestoßenen Treibhausgasen. Das Öko-Institut geht davon aus, dass KI-spezifische Emissionen bis 2030 rund 355 Millionen Tonnen betragen werden – und das trotz des angenommenen Ausbaus von erneuerbaren Energien zur Stromproduktion. 2023 waren es noch 212 Millionen Tonnen.
Für die Umwelt stellt der Ausbau von KI-Rechenzentren somit eine erhebliche Belastung dar, doch was lässt sich dagegen tun? „KI wird nicht wieder verschwinden – umso wichtiger ist es, einen klima- und umweltverträglichen Umgang mit ihr zu finden“, heißt es in dem Bericht. Zu diesem Zweck empfehlen die Forschenden, vor allem auf politischer Ebene aktiv zu werden. Dazu zählen die Einführung eines Effizienzlabels für Rechenzentren ebenso wie die Verpflichtung zu energieeffizienter KI-Infrastruktur, die bis zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird.





