Jedes Jahr verleiht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis an Menschen aus Forschung und Wirtschaft, die sich in besonderer Weise um Nachhaltigkeit und Umwelt verdient gemacht haben – sowohl durch ihr Engagement und ihre Forschung als auch durch ganz praktische Lösungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Mit einem Preisgeld von 500.000 Euro ist der Deutsche Umweltpreis eine der höchstdotierten Umwelt-Auszeichnungen in Europa.
Roda Verheyen: Juristischer Einsatz für das Klima
Die Hamburger Juristin Dr. Roda Verheyen arbeitet als Rechtsanwältin und ist Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts. Im Rahmen dieser Tätigkeiten beschäftigt sich Verheyen schon lange mit juristischen Aspekten von Klimawandel und Umweltveränderungen. Sie sieht sich selbst dabei als „Möglichmacherin“, die angesichts der Klimakrise die Handlungsfähigkeit des Staates stärken möchte. Dafür nutzt sie die ganze Bandbreite juristischer Handlungsmöglichkeiten. So tritt sie als Sachverständige auf, erarbeitet Gesetzesinitiativen, berät Politik und Zivilgesellschaft und verfasst wegweisende Klagen.
„Sie arbeitet zielstrebig daran, klare rechtliche Vorgaben zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu schaffen und erzielt dabei Wirkung“, würdigte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde die Preisträgerin. Ihre juristisch stichhaltige Argumentation liefere einen wichtigen Beitrag zu langfristigem Klima- und Umweltschutz. In ihrer mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Juristin habe sie sich konsequent darum bemüht, rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt durchzusetzen, so Bonde. „Roda Verheyen wendet abstrakte Vorgaben aus dem nationalen und internationalen Recht auf konkrete Fälle an und macht sie so wirksam. Sie verschafft Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind. Und sie trägt dazu bei, deren Rechte und die künftiger Generationen zu wahren“, sagte der DBU-Generalsekretär.
Klaus Vossenkaul: Effizientere Abwasserreinigung mit Membranfiltern
Der Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul hat eine Filtertechnologie entwickelt, die die Abwasserreinigung einfacher, energiesparender und gründlicher macht. „Mit Beharrlichkeit und Erfindergeist ist er Wegbereiter einer Technologie, die bereits heute die Standards von morgen erfüllt – für eine neue Ära der Abwasserreinigung in Kläranlagen“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Als Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion hat Vossenkauf die Membranfilter-Methode optimiert. Denn bisher waren bei diesen Abwasserfiltern viel Energie und hoher Aufwand nötig, um sie zu spülen und von Verstopfungen zu befreien. Vossenkauls verbesserte diese Reinigungstechnologie und machte sie damit konkurrenzfähig.
Das neue Reinigungssystem der Membion-Technologie besteht aus Hohlfaser-Membranfiltern. Diese Fasern sehen aus wie Spaghetti, sind hohl wie Makkaroni und etwa 1,60 Meter lang. In den Reinigungsmodulen sind hunderte solcher Membranröhrchen verankert und schweben frei wie Seegras in mannshohen Gehäusen, die dann in den Schlamm der Kläranlage eingetaucht werden. Dort filtern diese Module selbst problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Abwasser heraus. Die Spülung der Membranen erfolgt sekundenschnell und effizient durch einen Luftschwall.
„Das ist GreenTech made in Germany und hat das Zeug zum Exportschlager“, sagt Bonde. Die Membion-Technologie wird bereits in der Industrie eingesetzt, unter anderem beim weltgrößten Pommes-Frites-Produzenten McCain. Sie ist zudem Herzstück von Deutschlands größter Membran-Kläranlage, die derzeit in Wolfsburg-Stahlberg entsteht.
Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)





