Neben den vom Menschen als Nutztier gehaltenen Honigbienen (Apis mellifera) sind auch Wildbienen (Apoidea) für uns und die Natur wichtig. Denn sie bestäuben Pflanzen und tragen so zu deren Verbreitung und zur Artenvielfalt bei. Zudem sichern sie unsere Ernährung, indem sie Obst und Gemüse bestäuben und damit Menge und Qualität der Früchte verbessern. „Rund 75 Prozent unserer Obst-, Gemüse- und Ölsaatenkulturen sind zumindest teilweise auf Bestäuber angewiesen – dabei spielen Wildbienen eine besonders wichtige Rolle“, sagt Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg.
Die zahlreichen Wildbienenarten sind an jeweils unterschiedliche Umweltbedingungen angepasst und ergänzen die Arbeit der Honigbienen. „So fliegen etwa Hummeln auch bei kühlem, windigem oder leicht regnerischem Wetter, wenn Honigbienen ihre Aktivität einschränken. Langrüsselige Hummelarten wiederum können tiefe Blüten wie die der Gartenbohne bestäuben – eine Aufgabe, an der Honigbienen oft scheitern“, erklärt Klein.
Wildbienen auf Nahrungssuche
Doch im Gegensatz zu den Honigbienen sind Wildbienen äußerst wählerisch. „Häufig sammeln sie Nektar nur an wenigen oder sogar nur an einer einzigen Pflanze. Fehlt diese Pflanzenart, gibt es auch die auf sie spezialisierte Wildbienenart nicht“, erklärt die Veterinärmedizinerin Ilka Emmerich von der Universität Leipzig.
Diese selektive Futterwahl bedroht die Wildbienen weltweit. Von den rund 600 bekannten in Deutschland heimischen Bienenarten sind bereits 40 ausgestorben und mehr als die Hälfte gefährdet, wie Emmerich berichtet. Von den rund 2.000 Wildbienenarten in Europa und mehr als 20.000 weltweit stehen ebenfalls immer mehr auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. „Viele haben den Status bedroht“, sagt Emmerichs Kollegin Julia Dittes. „Ursachen dafür sind vielfältig und menschgemacht.“
Bedrohung durch den Menschen
So führen vor allem eine intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestizide dazu, dass das Angebot an naturnahen Lebensräumen mit Blühpflanzen und Nistplätzen für Wildbienen schwindet. „Die Rodung von Wäldern und die Verstädterung in vielen Ländern der Erde vernichten zusätzlich Lebensräume und führen zum Insektensterben, von dem nicht nur die Wildbienen betroffen sind“, so Dittes. Die Honigbienen haben mit denselben Problemen zu kämpfen. Sie sind jedoch zusätzlich durch unsachgemäße Haltung bedroht.






