Fledermäuse können bei der Wiederaufforstung von Regenwäldern in Südamerika helfen, sagen brasilianische Wissenschaftler. Die Tiere tragen mit ihrem Kot Samen typischer Pflanzen auf die betreffenden Flächen, wohin sie sich mit Öl aus Pfefferpflanzen und künstlichen Blüten aus Schaumstoff locken lassen, haben die Forscher gezeigt.
In ihren Tests präparierten die Wissenschaftler die Schaumstoff-Blüten mit einer Essenz aus Pfeffer, der zu den bevorzugten Pflanzen der Fledermäuse aus der Familie der Blattnasen gehört. Mit diesen Lockmitteln ließen sich die Flugsäuger zuverlässig auch in zerstörte Wälder locken, wohin sie sich auf ihren nächtlichen Streifzügen gewöhnlich nicht begeben. An diesen künstlichen Futterstellen konnten die Forscher mit Nachtsichtgeräten bis zu einem Dutzend Tiere beobachten.
Als die Wissenschaftler einige der Tiere mit Netzen einfingen und den Kot untersuchten, fanden sie zahlreiche Samen typischer Regenwaldpflanzen. Die Fledermäuse ernähren sich von den Früchten der Pflanzen und scheiden die Samen dann mit dem Kot aus. So könnten die Flugsäuger als Überträger von Samen bei Wiederaufforstungsprojekten beitragen, erklären die Forscher. Solche Projekte stehen häufig vor der Schwierigkeit, dass die Samen vieler typischer Pflanzen nicht verfügbar sind, da sich die Pflanzen nur schwer kultivieren lassen. Manche der Samen keimen sogar nur dann richtig aus, wenn sie zuvor den Verdauungstrakt eines Tieres durchlaufen haben.
Mithilfe der Lockstoffe sollen die Fledermäuse künftig in die Wiederaufforstungsflächen gelockt werden, um dort das Wachstum eines natürlichen, ursprünglichen Regenwalds zu beschleunigen. Zunächst wollen die Forscher jedoch das aus Pfeffer gewonnene Öl näher analysieren, um den Duft künftig synthetisch und damit billiger herstellen zu können.
Nature, Onlinedienst Originalarbeit: Gledson Bianconi (Staatsuniversität von São Paulo) et al.: Biotropica, Bd. 39, S. 136 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald





