Der ökologische Fußabdruck hat sich seit 1966 verdoppelt und wächst weiter. Er beträgt heute 18 Milliarden globale Hektar oder 2,7 Globale Hektar (Gha) pro Person. Die Kapazität des Planeten ist aber gerade mal 12 Milliarden Gha oder 1,8 Gha/Person. Damit verbraucht die Menschheit 1,5-mal so viel natürliche Ressourcen wie sich jährlich erneuern. Das ist vor allem den hohen CO2 Emissionen geschuldet. Der Kohlenstoff Fußabdruck hat als Einzelkomponente einen Anteil von 55 Prozent. Dabei gilt: Je stärker entwickelt ein Land ist, desto höher sein Kohlenstoff-Fußabdruck.
20 Prozent der aktuellen CO2 Emissionen entstehen durch Abholzung und Zustandsverschlechterung von Wäldern. Nach Kohle und Öl ist Waldverlust damit der drittgrößte Treiber des Klimawandels. Der Erhalt von Wäldern und Wiederaufforstung ist somit aktiver Klimaschutz. Weltweit gingen ca. 13 Millionen Hektar Wald zwischen 2000 und 2010 verloren – das entspricht der 1,5 fachen Fläche Österreichs. Ohne Waldschutzmaßnahmen wird die Welt bis 2050 Waldgebiete in der Größe von 2,3 Millionen Quadratkilometer verlieren, was mehr als der Hälfte aller 27 EU-Länder entspricht.
Die zehn Länder mit dem größten ökologischen Fußabdruck pro Kopf sind Katar, Kuwait, die Vereinten Arabischen Emirate, Dänemark, die USA, Belgien, Australien, Kanada, die Niederlande und Irland. Deutschland liegt auf Platz 30. Hätte die Weltbevölkerung den gleichen ökologischen Fußabdruck wie die US-Amerikaner bräuchte man vier Planeten; für den hochgerechneten deutschen Umweltverbrauch wären 2,5 Planeten nötig; der indonesische Lebensstil würde “nur” 70 Prozent der weltweiten Ressourcen erfordern. Oder anders ausgedrückt: Die wohlhabendsten Länder konsumieren im Schnitt dreimal so viel, wie Länder mit mittlerem Wohlstandsniveau und fünfmal so viel, wie Länder mit niedrigem Wohlstandsniveau.
Der Ökologische Fußabdruck der Länder mit mittlerem Wohlstandsniveau inklusive der BRIICS Staaten hat sich seit 1961 pro Kopf um 65Prozent vergrößert. Grund dafür ist auch das anhaltende Bevölkerungswachstum. 2011 überstieg die Weltbevölkerung die Sieben- Milliarden-Marke, bis 2050 soll es mehr als neun Milliarden Menschen auf diesem Planeten geben. Zugleich nimmt die Verstädterung weiter zu, derzeit lebt mehr als die Hälfte in Städten. Im Jahr 2050 sollen es zwei von drei Menschen sein. “In der Regel steigt damit das verfügbare Einkommen an, das zu mehr Konsum und damit einem größeren Ökologischen Fußabdruck führt. Der durchschnittliche Fußabdruck eines Bewohners von Beijing ist beinahe dreimal höher als der des Durchschnittschinesen”, erläutert Eberhard Brandes.
Die steigenden Bevölkerungszahlen wirken sich auch auf den Wasserfußabdruck aus. Derzeit leben mindestens 2,7 Milliarden Menschen in der Nähe von Flüssen mit mindestens einem Monat Wasserknappheit im Jahr. Dabei setzt die Landwirtschaft weltweit immer mehr auf künstliche Bewässerung. 92Prozent unseres Brauchwassers gehen in die Landwirtschaft. Auch auf dem Meer ist die Situation kritisch: Seit 1950 hat sich das durch Fischflotten befischte Gebiet weltweit verzehnfacht. Drei von vier Fischbeständen in den europäischen Meeren gelten als überfischt und das gefährdet auf Dauer die gesamte Lebensgemeinschaft der Meere.





