Der Geburtsmonat beeinflusst den Zeitpunkt, an dem die Menopause einsetzt: Bei Italienerinnen, die im März geboren wurden, traten die Wechseljahre durchschnittlich 18 Monate früher auf als bei im Oktober geborenen Frauen. Das haben italienische Forscher in einer Untersuchung an fast 3.000 Frauen festgestellt. Von der Jahreszeit abhängige Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle.
Im Frühling geborene Frauen erreichten die Menopause deutlich früher als im Herbst geborene, stellten die Forscher in ihrer Untersuchung fest. Am frühesten traten die Wechseljahre bei Frauen auf, die im März geboren worden waren: Sie erreichten die Menopause in einem Alter von durchschnittlich 48 Jahren und neun Monaten. Erst anderthalb Jahre später kamen Frauen in die Menopause, die im Oktober zur Welt gekommen waren. Dieses Ergebnis war unabhängig von anderen Faktoren, die im Zusammenhang mit dem Beginn der Wechseljahre stehen, wie das Alter, in dem die erste Regelblutung auftritt, die Rauchgewohnheiten, das Bildungsniveau und der Beruf der Frauen.
Jahreszeitlich bedingte Umwelteinflüsse spielen für die Fortpflanzung und das Ende der reproduktiven Lebensphase eine Rolle, vermuten die Wissenschaftler. Temperaturveränderungen und andere Lichtverhältnisse könnten das Wachstum des Föten beeinflussen, was wiederum Auswirkungen auf dessen künftige reproduktive Fähigkeiten hat, wie frühere Studien zeigten. Auch mit der Jahreszeit einhergehende Umstellungen bei der Ernährung oder sich saisonal verändernde Infektionsrisiken könnten den Beginn der Menopause beeinflussen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich im Herbst geborene Frauen im Mutterleib tatsächlich besser entwickelt hatten und mehr Eizellen produzieren als Frauen, die im Frühling geboren wurden.
“Eine andere Erklärung könnte sein, dass die Kindersterblichkeit bei im August geborenen Kindern am größten ist und folglich nur die gesünderen Kinder überleben”, sagt Cagnacci. Diese Theorie konnte jedoch nicht bestätigt werden. Da die Studie nur mit Frauen durchgeführt wurde, die in einer bestimmten italienischen Region lebten und Schwierigkeiten mit den Wechseljahren hatten, dürften die Ergebnisse jedoch nicht verallgemeinert werden, warnen die Forscher.
Angelo Cagnacci ( Universität von Modena) et al.: Human Reproduction, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1093/humrep/dei040
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi





