Die Forscher blockierten dazu bei einigen weiblichen Versuchstieren gezielt die Oxytocin-Rezeptoren der identifizierten Neuronen. Die so präparierten Mäuse unterzogen sie anschließend Verhaltenstests. Die Forscher wollten sehen, ob sich ihre Reaktionen gegenüber männlichen Tieren änderten. Die Mäuse-Damen bekamen dazu in speziellen Käfige die Wahl, sich zu einem Männchen zu gesellen oder einen Raum aufzusuchen, in dem nur ein Legostein als Objekt vorhanden war.
Keine Lust auf Mäuse-Männer
Ergebnis: Wenn sich die Mäuse-Damen mit den blockierten Oxytocin-Rezeptoren in ihrer fruchtbaren Phase befanden, zeigten sie im Vergleich zu Kontrolltieren ein ungewöhnliches Verhalten. Im Gegensatz zu diesen interessierten sie sich nicht für die Mäuse-Männer, wie es eigentlich für diese Zeit typisch ist. Für die Versuchstiere waren die Männchen auch in ihrer „heißen” Phase nicht attraktiver als der leblose Legosteine, berichten die Forscher. Oxytocin entfaltet also bei den Weibchen nur seine Wirkung auf die neu entdeckten Neuronen, wenn sie in ihrer fruchtbaren Phase sind, so das Fazit.
Abgesehen von diesem Effekt stellten die Forscher keine weitere Wirkung durch die Blockade der Rezeptoren fest. Auf das Verhalten von männlichen Tieren hatte die Behandlung keinerlei Einfluss. Das belegten auch neuronale Untersuchungen: „Wenn man die Neuronen Oxytocin aussetzt, feuern sie bei weiblichen Tieren deutlich intensiver als bei Männchen, worin sich wohl der Verhaltensunterschied widerspiegelt”, sagt Nakajima. „Wir wissen zwar noch nicht wie, aber wir glauben, dass Oxytocin bei Weibchen in der fruchtbaren Phase das Interesse für Männchen auslöst”, so die Forscherin.
Es ist bekannt, dass Oxytocin bei Mäusen ähnliche Effekte hat wie beim Menschen. Inwieweit dies nun auch in diesem Fall zutrifft, bleibt allerdings unklar. Den Forschern zufolge gibt das Ergebnis aber einen Hinweis darauf, warum soziale Verhaltensweisen von Säugetieren einschließlich des Menschen sowohl vom Kontext als auch vom körperlichen Zustand abhängen.





