Massenschlachtung ist Mittel der Wahl
Obwohl Impfstoffe existieren, lässt sich die in Großbritannien grassierende Maul- und Klauenseuche nach Ansicht von Wissenschaftlern nur durch Massenschlachtungen in den Griff bekommen. Denn auch geimpfte Tiere, die nie Zeichen der Erkrankung zeigten, können das Virus bis zu zwei Jahre in sich tragen und weiter verbreiten. Auch wirke die Impfung nicht bei allen Tieren.
“Das Vieh ist permanent ansteckend. Die Konsequenz daraus ist, dass man geimpfte und nicht geimpfte Tiere getrennt halten muss. Wenn die Seuche sehr große Ausmaße annimmt, werden wir möglicherweise impfen, um das Problem einzudämmen. Aber bei den derzeitigen Fällen in Großbritannien wird diese Vorgehensweise nicht favorisiert”, erklärte Paul Kitching vom britischen Institute for Animal Health gegenüber dem Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Die stärksten Einwände gegen die Impfung sind indes wirtschaftlicher Natur. Das von der Europäischen Union über Großbritannien verhängte Ausfuhrverbot würde länger dauern, wenn die Tiere geimpft würden, so Kitching. Durch Schlachtungen lasse sich die Erkrankung wesentlich rascher unter Kontrolle bringen und das von der EU verhängte Embargo könne Anfang März vermutlich außer Kraft treten. Routineimpfungen beim Vieh könnten bei Verbrauchern zudem die Befürchtung wecken, dass der Virus letztlich nicht eingedämmt sei. Auch sind die Kosten hoch: “Die Impfung ist sehr teuer und muss jährlich erneuert werden”, berichtet Yves Cheneau, Leiter der UN-Landwirtschaftsbehörde FAO.
Almut Bruschke-Reimer





