Wer oft lacht und viel Sinn für Humor hat, ist gegen einen Herzinfarkt besser geschützt als jemand, der seiner Umwelt nichts Lustiges abzugewinnen vermag. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Kardiologen vom University of Maryland Medical Center, die Mitte November bei der 73. Sitzung der American Heart Association in New Orleans vorgestellt wurde.
Vierzig Prozent einer Herzpatienten-Gruppe, die von den Wissenschaftlern untersucht wurde, hatte eine deutlich niedrigere “Lachbereitschaft” in verschiedenen Situationen als eine Vergleichsgruppe von Menschen des gleichen Alters ohne Herzprobleme. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Michael Miller, dem Direktor des Zentrums für Präventive Kardiologie, führten mit insgesamt 300 Personen einen psychologischen Test durch, der erhellen sollte, wie sehr die Befragten in bestimmten Situationen lachen konnten. Von den 300 Versuchspersonen hatte die Hälfte bereits einen Herzinfarkt erlitten oder sich schon einer Bypass-Operation unterzogen, die andere Hälfte der Gruppe war gesund.
Die Versuchspersonen bekamen zum einen Situationen geschildert und sollten ankreuzen, wie sie darauf reagieren würden, etwa: “Sie kommen auf eine Party und sehen jemanden, der/die ein gleiches Kleidungsstück trägt wie Sie selbst. Sie würden a) das nicht im mindesten witzig finden, b) amüsiert sein, es aber nicht zeigen, c) lächeln, d) lachen, e) herzhaft lachen.” Zum anderen sollten die Versuchspersonen in einer Reihe vorgegebener Äußerungen jeweils angeben, ob sie diese Äußerung für sich als zutreffend oder unzutreffend ansähen, etwa: “Ich frage mich oft, welche verborgenen Motive eine andere Person wohl haben mag, wenn sie mir Gutes tut. – Zutreffend / Unzutreffend.”
Die Herzpatienten, das zeigte die Auswertung der Tests, waren sehr viel seltener in der Lage, eine ungünstige oder unbequeme Situation von der humorvollen Seite zu sehen. Sie lachten weniger, auch in eigentlich positiven Situationen und empfanden insgesamt häufiger Wut und Feindschaft. “Die Fähigkeit zu lachen – entweder als natürliches oder als gelerntes Verhalten, könnte einen hohen Stellenwert in einer Gesellschaft wie der der USA bekommen, wo Herzkrankheiten Todesursache Nummer eins sind”, sagt Michael Miller. “Wir wissen, dass Sport, Nichtrauchen und eine fettarme Ernährung unser Risiko, herzkrank zu werden, mindert. Vielleicht sollte regelmäßiges, herzhaftes Lachen mit auf diese Liste gesetzt werden.” (EurekAlert)
Doris Marszk





