Heute haben die Umzüge von Tieren und Pflanzen eine ganz neue Qualität bekommen; da reisen Mücken als blinde Passagiere im Ferienflieger mit, schmuggeln sich Käfer in Blumen ein und finden sich Krebse als Strandgut des Fernhandels. Manche Neuzugänge wie Herkulesstaude, Chinesischer Marienkäfer oder Waschbär wurden sogar aus den besten Absichten angesiedelt, als Bienenweide, Schädlingsbekämpfer oder Fauna-Bereicherung. Während der Kleinbär sozusagen gut integriert ist, möchten wir den Asiaten und die große Blume gerne wieder los sein; sie sind lästig geworden.
Jedes Jahr berichten Zeitungen und Fernsehnachrichten von solchen biologischen Zuwanderern. Meistens in schrillen Tönen, aber Hysterie und Kriegsrhetorik sind fehl am Platz. Zwei Dinge sollte man im Hinterkopf behalten. Erstens: Leben ist Bewegung. Und zweitens: Kein Tier und keine Pflanze hat böse Absichten. Die Arten wollen nur eins – leben.
Foto oben: Zugvögel © miket – Fotolia.com
Zum Buch
Wo kommst du denn her?
In seinem neuen, speziell für Kinder konzipierten Buch erklärt unser Redakteur Peter Laufmann, warum Tiere sich auf den Weg machen. Neben den Grundlagen zeigt das Buch, wo wir überall neuen und alten zugereisten Arten begegnen können.
Carlsen-Verlag. 76 Seiten, 16,90 Euro
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