Menschen mit geringem Selbstbewusstsein geben sich ihren Stimmungen eher hin. Sie sind zum Beispiel weniger motiviert, eine traurige Gemütslage zu verbessern, selbst wenn ihnen Möglichkeiten dazu angeboten werden. Das haben amerikanische und kanadische Psychologen beobachtet.
Insgesamt hatten Jonathon Brown von der Universität Washington und seine Kollegen fünf Studien an fast 900 Leuten durchgeführt. In ihrem Schlüsselexperiment versetzten die Psychologen mehr als hundert Freiwillige mit Musik in eine traurige Stimmung ? die Hälfte hatte laut Tests ein hohes, die andere Hälfte ein geringes Selbstbewusstsein.
Dann sollten sich die Versuchsteilnehmer eines von sechs Videos aussuchen, von denen sie zuvor eine Beschreibung erhalten hatten. Obwohl sich alle Teilnehmer einig waren, dass ein Comedy-Video ihnen am besten gute Laune bescheren könnte, wählte nicht einmal die Hälfte der Menschen mit geringem Selbstbewusstsein dieses Video, um sich von der traurigen Stimmung zu befreien. Bei den Selbstbewussten waren es dagegen drei Viertel.
“Viele Menschen mit geringem Selbstbewusstsein denken, Traurigkeit sei nun mal ein Teil des Lebens und man sollte nicht versuchen, sie loszuwerden”, erklärt Brown in einer Pressemitteilung der Universität. “Menschen mit großem Selbstbewusstsein glauben dagegen, dass man etwas tun kann, um sich besser zu fühlen.”
Ihr Ergebnis widerspreche der allgemeinen Auffassung, dass alle Menschen gleich motiviert sind, eine schlechte Stimmung hinter sich zu lassen, sagt Brown, Co-Autor der Studien.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





