Seit 1993 steht jährlich am 22. März das Wasser im Mittelpunkt – beim World Water Day der UN. Ohne diese wertvolle Ressource gäbe es kein Leben auf der Erde und auch keine menschliche Zivilisation. Doch trotz aller Fortschritte ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser bis heute nicht für alle Menschen selbstverständlich – und auch die Reinigung des Abwassers ist längst nicht überall Standard.
Unter anderem deshalb steht der diesjährige Weltwassertag unter dem Motto: “Why Waste Water?”. Die UN möchte damit zum einen auf das Problem des immer reichlicher anfallenden Abwassers hinweisen, aber auch betonen, dass Abwasser eine nutzbare Ressource sein kann – wenn man es richtig angeht. “Abwasser ist eine wertvolle Ressource in einer Welt, in der das Wasser endlich ist und der Bedarf an Trinkwasser wächst”, betont Guy Ryder, Vorsitzender der UN-Wasserkommission.
Verseucht in den Entwicklungsländern…
Eines der Probleme dabei: In vielen Entwicklungsländern verseucht ungereinigtes Abwasser die Trinkwasserreserven. “Im Durchschnitt werden dort nur rund acht Prozent der Haushalts- und Industrieabwässer gereinigt, verglichen mit rund 70 Prozent in reichen Ländern”, berichtet die UNESCO. Als Folge sind Seen, Bäche oder Flüsse vielerorts nicht nur durch Fäkalien verseucht, sondern auch durch Chemikalien und Schwermetalle wie Arsen, Zyanid, Blei oder Pestizide. Schadstoffe aus der Landwirtschaft, ungeklärte Industrieabfälle und Abfallprodukte der Rohstoffgewinnung kommen hinzu.
“Das Abwasser ist eine der größten Herausforderungen in Verbindung mit dem ungeregelten Wachstum der Slums in der Dritten Welt”, heißt es im UN-Bericht zum Weltwassertag. Eine Stadt wie Lagos in Nigeria erzeugt täglich 1,5 Millionen Kubikmeter Abwasser – und der Großteil davon fließt ungeklärt in die Lagune vor der Stadt. Fast ein Drittel aller Flüsse in Mittelamerika, Asien und Afrika sind mit Krankheitserregern verseucht. Weltweit starben allein im Jahr 2012 nach Schätzungen der UN mehr als 800.000 Menschen durch verseuchtes Wasser.
…und mit Nitrat und Mikroplastik verschmutzt bei uns
Doch auch in den Industrieländern liegt einiges im Argen – auch und gerade hier in Deutschland. Erst vor Kurzem hat die EU-Kommission Deutschland wegen anhaltenden Verstoßes gegen die Nitrat-Richtlinie vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt.
Denn seit Jahren werden in Deutschland die Nitratgrenzwerte in Gewässern überschritten, weil vor allem die Landwirtschaft ständig große Mengen von Gülle und Dünger auf den Feldern ausbringt. Da weder Pflanzen noch Böden diese Stickstoffschwemme ausgleichen könne, reichert sich das Nitrat in vielen deutschen Gewässern und im Grundwasser an.





