Es ging um nichts weniger als die Klimazukunft der Erde. Denn soll die Klimaerwärmung auf ein verträgliches Maß reduziert werden, dann bleibt nicht mehr viel Zeit zum Handeln. Während diese Botschaft 2009 beim Klimagipfel von Kopenhagen bei den Politikern noch nicht wirklich angekommen war, war dies in Paris diesmal anders. Nach nächtelangen Verhandlungen, souverän geleitet vom französischen Außenminister Laurent Fabius, gab es am 12. Dezember 2015 endlich das erhoffte Klimaschutz-Abkommen. Ein historischer Moment. Denn erstmals haben sich 195 Regierungen auf gemeinsames Handeln für den Klimaschutz geeinigt. “Zum ersten Mal hat jedes Land der Welt sich verpflichtet, seine Emissionen zu begrenzen, die Resilienz gegenüber den Klimafolgen zu stärken und gemeinsame Sache gegen den Klimawandel zu machen”, kommentierte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon. “Das ist ein überwältigender Erfolg.” Ähnlich sah es auch Christiana Figueres, Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention UNFCCC: “Ein Planet, eine Chance, es richtig zu machen und das haben wir in Paris geschafft. Wir haben zusammen Geschichte geschrieben.”
Ziel sind weniger als zwei Grad Erwärmung
Was wurde konkret beschlossen? Der erste, wichtigste Punkt ist die Einigung darauf, dass die Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden soll und dass man darüber hinaus anstrebt, den Anstieg der Temperaturen sogar bis auf 1,5 Grad Celsius zu minimieren. Damit wird zum ersten Mal die 2-Grad-Obergrenze in einem völkerrechtlichen Abkommen verankert. “Der Text folgt damit den Vorgaben der Wissenschaft. Dies ist ein wirklich bedeutender Schritt, gerade für die verletzlichsten Staaten und kleinen Inseln”, kommentierte Regine Günther vom WWF Deutschland. Ähnlich sieht es auch Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre und Träger des Deutschen Umweltpreises 2015: “Das alles ist wirklich ambitioniert und steht im Einklang mit der Wissenschaft.” Das Abkommen treffe eine klare Aussage zu Spitzenwerten klimaschädlicher Abgase wie Kohlenstoffdioxid. Damit habe die Staatengemeinschaft eine Wende eingeleitet, um bis 2050 diese Emissionen zu verringern.
Allerdings: Bis das nun gesteckte Ziel erreicht werden kann, bleibt noch einiges zu tun. Denn bisher laufen die nationalen Klimaschutzpläne, die von den Ländern vor dem Klimagipfel eingereicht wurden, auf eine Erwärmung von rund 2,7 Grad hinaus. Hier muss daher noch deutlich nachgebessert werden, wie auch die meisten Umweltschutz-Organisationen betonen. “Die Mehrheit der Staaten befindet sich noch nicht auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft”, kritisiert BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Die Diskrepanz zwischen dem in Paris vereinbarten Temperaturziel und der tatsächlichen Klimapolitik der Staaten sei noch riesig. Aber auch er sieht im Abkommen eine wichtige Chance auf eine Trendwende: “Das Abkommen allein bietet keine Garantie zur Begrenzung der Erderwärmung, aber es motiviert zu mehr Tempo beim Klimaschutz”, so Weiger.





