Ziel sind weniger als zwei Grad Erwärmung
Was wurde konkret beschlossen? Der erste, wichtigste Punkt ist die Einigung darauf, dass die Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt werden soll und dass man darüber hinaus anstrebt, den Anstieg der Temperaturen sogar bis auf 1,5 Grad Celsius zu minimieren. Damit wird zum ersten Mal die 2-Grad-Obergrenze in einem völkerrechtlichen Abkommen verankert. “Der Text folgt damit den Vorgaben der Wissenschaft. Dies ist ein wirklich bedeutender Schritt, gerade für die verletzlichsten Staaten und kleinen Inseln”, kommentierte Regine Günther vom WWF Deutschland. Ähnlich sieht es auch Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre und Träger des Deutschen Umweltpreises 2015: “Das alles ist wirklich ambitioniert und steht im Einklang mit der Wissenschaft.” Das Abkommen treffe eine klare Aussage zu Spitzenwerten klimaschädlicher Abgase wie Kohlenstoffdioxid. Damit habe die Staatengemeinschaft eine Wende eingeleitet, um bis 2050 diese Emissionen zu verringern.
Allerdings: Bis das nun gesteckte Ziel erreicht werden kann, bleibt noch einiges zu tun. Denn bisher laufen die nationalen Klimaschutzpläne, die von den Ländern vor dem Klimagipfel eingereicht wurden, auf eine Erwärmung von rund 2,7 Grad hinaus. Hier muss daher noch deutlich nachgebessert werden, wie auch die meisten Umweltschutz-Organisationen betonen. “Die Mehrheit der Staaten befindet sich noch nicht auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft”, kritisiert BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Die Diskrepanz zwischen dem in Paris vereinbarten Temperaturziel und der tatsächlichen Klimapolitik der Staaten sei noch riesig. Aber auch er sieht im Abkommen eine wichtige Chance auf eine Trendwende: “Das Abkommen allein bietet keine Garantie zur Begrenzung der Erderwärmung, aber es motiviert zu mehr Tempo beim Klimaschutz”, so Weiger.
Immerhin enthält das Klimaschutz-Abkommen auch Angaben dazu, wie dieses Ziel erreicht werden soll: Angestrebt wird eine globale Treibhausgas-Neutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Bis dahin soll die Menschheit nicht mehr CO2 ausstoßen, als durch Senken wie Wälder und Meere aufgenommen werden können. “Das bedeutet den Abschied von fossilen Energien, also Dekarbonisierung”, erklärt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Quantitative Minderungsziele wurden in das Abkommen jedoch nicht verbindlich aufgenommen. Diese sollen weiterhin über die Selbstverpflichtungen der Länder konkretisiert werden. Dennoch sehen auch Umweltorganisationen das Abkommen als wichtigen und historischen Schritt in die richtige Richtung. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch kommentierte: “Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern.”





