Nachtaktive Welse folgen der Wirbelspur kleiner Fische, um ihre Beute aufzuspüren. Dabei nehmen sie Informationen über deren Art, Größe und Schwimmrichtung auf und greifen dann von hinten an. Das fand eine Forschergruppe um die Biologen Thomas Breithaupt und Kirsten Pohlmann von der Universität Konstanz heraus. Ihre Resultate sind im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences” (Vol. 2, No. 23) veröffentlicht.
Bei den Versuchen konnte der Wels (Silurus glanis) bei Infrarot-Licht die Beutefische nicht sehen. Dennoch seien die Welse immer in die richtige Richtung geschwommen, erklärt Thomas Breithaupt gegenüber der Stuttgarter Zeitschrift “bild der wissenschaft”. Die Wirbelspur konnte dabei bis zu zehn Sekunden alt sein. “Es ist der erste Nachweis, dass so etwas bei Fischen passiert”, berichtet der Verhaltensbiologe. Er vergleicht die Jagdtechnik der Welse mit der Fähigkeit eines Hundes, Spuren zu verfolgen.
Wie die Welse die Wirbelspuren ihrer Beute im Wasser wahrnehmen, wissen die Forscher noch nicht. Die Raubfische haben am Körper sogenannte Seitenlinienorgane , die Bewegungen wahrnehmen können. Zudem besitzen sie über den ganzen Körper verteilte Geschmackszellen.
Bettina Hellenkamp





