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Welche Hausmittel helfen wirklich bei einer Erkältung?
Erde & Umwelt

Welche Hausmittel helfen wirklich bei einer Erkältung?

Ein Teller Hühnersuppe, Salbeitee gurgeln und inhalieren mit Salzwasser – diese und weitere Hausmittel sollen bei einer Erkältung helfen. Doch hinter vielen Hausmitteln steckt eher Tradition als wissenschaftliche Evidenz. Nur wenige können nachweislich Krankheitsbeschwerden lindern. Welche Hausmittel helfen tatsächlich bei Erkältung? Und welche vermeintlich altbewährten Maßnahmen haben keinen Effekt?
Autor
Sirona Schönfeldt
25. November 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Nur wenige Studien haben bislang die Wirksamkeit von häuslicher Arznei geprüft. Pharmafirmen sind nicht daran interessiert, Studien zu Hausmitteln zu finanzieren, da sie keinen Nutzen aus solcher Forschung ziehen können. Allerdings gibt es meist auch keine öffentliche Forschungsförderung für diese Substanzklasse: Hausmittel sind nicht innovativ genug und kommen eher bei einfacheren Erkrankungen zum Einsatz – folglich keine Fördergelder. Was besagen die wenigen dennoch durchgeführten Studien zur Wirksamkeit von gängigen häuslichen Arzneimitteln?

Hühnersuppe und Wadenwickel

Nicht nur Liebe soll durch den Magen gehen, sondern auch die Heilung von Erkältungen: Hühnersuppe, wie von Oma gekocht, wird eine heilsame Wirkung nachgesagt. Bestätigen lässt sich diese Wirkung jedoch nur zum Teil. Zwar zeigten die Ergebnisse einer Studie mit 15 gesunden Probanden, dass Hühnersuppe zu essen das Nasensekret für etwa 30 Minuten schneller abfließen ließ, doch heißes Wasser zu löffeln hatte einen ähnlichen Effekt. Die Wärme der Suppe weitet demnach die Blutgefäße, sodass das Gewebe besser durchblutet wird – das hat einen wohltuenden Effekt und löst lästigen Schleim. Hühnersuppe hilft also gegen Schnupfen, wenn auch nur indirekt. Zudem können die in ihr enthaltenen Nährstoffe dem kranken Körper generell helfen, sich auszukurieren.

Bei Erkältungen mit Fieber sollen angeblich Wadenwickel helfen. Einen wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung dieses Hausmittels gibt es keinen. Zwar kann es das Fieber tatsächlich senken, aber nur sehr wenig: Wer die Wadenwickel drei bis vier Mal für je zehn Minuten einwirken lässt, kann die Körpertemperatur im Idealfall um gerade mal 0,5 Grad senken.

Gurgeln und Nasendusche

Das Gurgeln von Salzwasser oder Salbeitee soll bei Halsschmerzen helfen und die Entzündung im Rachen hemmen. Gurgeln befeuchtet tatsächlich die Schleimhäute und kann so die durch die Entzündung verursachten Schmerzen abmildern. Ausreichende wissenschaftliche Belege für eine Wirkung gegen Halsentzündungen gibt es jedoch nicht. Denn die Wirkstoffe aus Salz und Tee erreichen beim Gurgeln nur die Oberfläche – zu der tiefer liegenden Entzündung gelangen sie nicht. . Auch für die Wirksamkeit von Halswickeln gibt es entsprechend keine wissenschaftlichen Belege.

Foto einer Frau mit Nasendusche
Nasenspülungen können das Sekret herausspülen. © nullplus/iStock

Nasenspülungen mit Salzwasser können bei Schnupfen einen leicht positiven Effekt haben, wie fünf Studien belegen. Allerdings haben diese Studien Schwächen im Studiendesign und in der Durchführung und sind daher nur begrenzt aussagefähig. Nasenduschen können dennoch helfen, das Sekret heraus zu spülen. Wer stark entzündete Nasennebenhöhlen hat, sollte allerdings auf das Hausmittel verzichten, da die stark angeschwollenen Schleimhäute den Abfluss des Salzwassers behindern können.

Honig und Inhalieren

Honig wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt und soll insbesondere bei Husten Linderung verschaffen. Tatsächlich gibt es mehrere Studien, die die Wirksamkeit des Lebensmittels auf akuten Husten bei Kindern bestätigen. Der Honig sorgte dafür, dass Hustenattacken bei den kleinen Patienten seltener auftraten und weniger stark ausgeprägt waren. Allerdings ist unklar, wie viel Honig eingenommen werden sollte, um diese Wirkung zu erzielen, und ob er auch Erwachsenen helfen kann. Da Honig Bakterien enthalten kann, die schädlich für Babys sind, dürfen Kinder unter einem Jahr keinen Honig verzehren.

Gegen Husten soll es auch helfen, heißen Wasserdampf zu inhalieren. In Studien hat diese Praxis die Symptome aber weder verbessert noch verschlechtert. Ob Zusatzstoffe wie Salz oder Kamille beim Inhalieren besser helfen würden als reines Wasser, ist nicht erforscht. Grundsätzlich kann das Inhalieren die natürliche Reinigungsfunktion der Schleimhaut unterstützen.

Für alle Hausmittel lassen sich jedoch auch Placebo-Effekte nicht ausschließen – vielleicht tut die Hühnersuppe so nicht nur dem Magen etwas Gutes.

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