Tiefrote Tomaten, tellergroßer Brokkoli, geschmacksintensive Gurken – gute Erde macht es möglich. Sie schützt durch Mikroorganismen vor Krankheiten und gibt der Pflanze einen sicheren Stand. Im Optimalfall speichert die Erde reichlich Nährstoffe und Wasser und gibt sie bei Bedarf an die Pflanze ab.
Auf die Erde kommt es an
Über gutes Wachstum der Pflanzen entscheidet vor allem die Qualität und Zusammensetzung der Erde: Substrate mit hohem Sandanteil nehmen wenig Wasser und Nährstoffe auf, sind dafür aber leicht. Sie sind beliebt bei Karotten und Kartoffeln. Böden mit hohem Tonanteil speichern Wasser und Nährstoffe zwar gut, sind aber meist zu kompakt für die Entwicklung der Wurzeln. Viele Pflanzen gedeihen daher am besten auf einem Boden mit einem ausgewogenen Sand- und Tongehalt.
Ausschlaggebend ist außerdem der Humusgehalt. Diese abgestorbenen organischen Substanzen enthalten besonders viele Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Sie helfen beim Wachstum von Trieben, Blättern, Blüten, Früchten, Wurzeln und stärken das Pflanzengewebe. Humusreiche Erde erkennt man am Geruch nach Wald und einer dunklen Färbung.
Aber nicht alle Pflanzen haben die gleichen Ansprüche an den Boden. Kleine und zarte Pflanzen benötigen feine Erde, große kräftige Gewächse vertragen grobe Substrate mit größeren Partikeln. Auch beim pH-Wert gibt es Unterschiede. Erde mit einem niedrigen pH-Wert (4 bis 5) eignet sich für Azaleen, Rhododendren, Kamelien, und Nadelhölzer, Kartoffeln und Beeren. Andere Gemüsearten präferieren einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert. Es empfiehlt sich daher, die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze im Vorfeld zu recherchieren und die Erde passend auszuwählen oder zu mischen.
Mehr Klimaschutz durch torffreie Erde
Viele Menschen kaufen für den eigenen Anbau torfhaltige Erde. Laut Umweltschutzorganisation NABU verbrauchen Hobbygärtner jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Torf – das entspricht einem Viertel des gesamten deutschen Torfverbrauchs. Die Torfschicht entsteht aus abgestorbenen Pflanzenresten in Mooren. Hersteller legen Moore trocken, um den Torf als neutrale Grundlage für Pflanzensubstrate zu nutzen. Dadurch gehen wichtige Lebensräume verloren, zum Beispiel für Vögel wie den Goldregenpfeifer, Schmetterlinge wie den Hochmoorbläuling und Pflanzen wie den fleischfressenden Sonnentau. Moore binden außerdem etwa 700 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar – sechsmal so viel wie Wald. Durch den Abbau von Torf wird klimaschädliches Kohlenstoffdioxid freigesetzt.
Um Klima und Biodiversität zu schützen, empfiehlt das Umweltbundesamt daher Produkte mit der Kennzeichnung “torffrei” oder “ohne Torf”. Als Ersatz nutzen die Hersteller unter anderem Rindenhumus, Holz- und Kokosfasern. Diese Stoffe wachsen allerdings nur langsam nach. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland rät deshalb zu Kompost als Torfersatz. Das Produkt aus verrotteten Abfällen hat nicht nur eine hohe Nährstoffkonzentration, sondern auch ein gutes Wasserhaltevermögen. Besonders nachhaltig ist der Kauf von regionalem und biozertifiziertem Kompost.






