Pharaoameisen auf Futtersuche finden den Weg zurück zum Nest anhand der Verzweigungen ihrer Straßen. Kommen die Ameisen zur Futtersuche aus dem Nest, biegen sie im allgemeinen in einem Winkel von rund 60 Grad von ihren Hauptwegen ab. Auf dem Weg zurück ins Nest hingegen zweigt eine der Ameisenstraßen dann im spitzen und eine im stumpfen Winkel ab. Die Ameisen können damit an jeder Gabelung erkennen, in welcher Richtung sie unterwegs sind und gegebenenfalls umdrehen. Das berichten Duncan Jackson und seine Kollegen von der Universität von Sheffield im Fachmagazin Nature (Bd. 432, S. 907, 16. Dezember).
Beim Anlegen ihres ausgedehnten Wegnetzes hinterlassen die Pharaoameisen (Monomorium pharaonis) Duftstoffe. Damit können die Ameisen den Wegen zwar folgen, jedoch wissen sie häufig nicht, in welcher Richtung sich das Nest befindet und in welcher das Futter. Trotzdem bemerkten Ameisen in den Experimenten schnell, ob sie den richtigen Weg Richtung Nest eingeschlagen hatten: An den Vergabelungen korrigieren die Tiere sehr häufig ihre Richtung, stellten die Wissenschaftler fest.
In weiteren Tests konnten Ameisen auf einer geraden Strecke ohne Vergabelungen nicht bestimmen, ob sie in die richtige Richtung liefen oder nicht. Erst als die Forscher einen Weg mit einer Vergablung in einem Winkel von 55 Grad anlegten, fanden 43 Prozent der Tiere wieder den richtigen Weg nach Hause. Dieser Winkel entspricht etwa den natürlichen Winkeln in dem ausgedehnten Wegesystem der Insekten. Mit mehreren solcher Vergabelungen können nahezu alle Ameisen wieder auf den richtigen Weg gebracht werden.
Die Winkel-Wegweiser helfen den Tieren, die gesammelte Nahrung schneller ins Nest zurückzubringen. Die vergabelten Wegsysteme entwickelten sich daher wohl, um die bestmögliche Versorgung des Nests sicherzustellen, schreiben die Forscher.
ddp/bdw ? Eva Hörschgen





