Einer der saubersten Energieträger ist Wasserstoff (H2). Wenn er beispielsweise Brennstoffzellen speist, entstehen keine Schadstoffe. Doch es ist schwierig und teuer, H2 bei Raumtemperatur aus Wasser zu gewinnen, da man dazu bisher als Katalysator anorganische Halbleiter in Verbindung mit teuren Edelmetallen wie Platin benötigt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm haben dazu jetzt eine weit billigere Alternative entwickelt, die allerdings noch im Laborstadium steckt.
Die Wissenschaftler um Xinchen Wang benutzten Kohlenstoffnitrid (CNx) als Katalysator – ein künstliches Polymer, das der Chemiker Justus Liebig bereits 1834 herstellte und Melon nannte. Das Besondere an dem Verfahren ist, dass CNx nur mithilfe von Sonnenlicht den Wasserstoff aus dem Wasser löst. Eine Substanz, die von Chemikern als Opfermolekül bezeichnet wird, nimmt dabei den Sauerstoff des Wassers auf. Auf Platin kann bei dieser Methode verzichtet werden. Zwar war die Ausbeute bei ersten Versuchen noch gering, Wang ist dennoch zuversichtlich: „ Wir haben gezeigt, dass sich Wasserstoff prinzipiell nur mit einer einzigen Substanz als Hilfsmittel herstellen lässt.”





