Selbst minimale regionale Änderungen des Erdmagnetismus sind offenbar in einer Art Landkarte gespeichert, die Wassermolche zur Orientierung benutzen. Davon berichten Wissenschaftler um Janette Fischer von der Indiana University in Bloomington in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Animal Behaviour (S. 1-10). Sie konnten zudem zeigen, dass die Molche ihre regionalen magnetischen Kenntnisse auf weit größere Distanzen extrapolieren können.
Die Wissenschaftler hatten die zu den Salamandern zählenden grünlichen Wassermolche (Notophtalmus viridescens) 45 Kilometer entfernt von ihrem Heimatteich ausgesetzt. Normalerweise bewegen sich die Molche höchstens zwei Kilometer von ihrem Teich weg. Dennoch fanden die Tiere ohne Probleme den Weg zurück ins heimische Gewässer. Auch als die Wissenschaftler das Gefälle des Magnetfeldes mithilfe von Elektromagneten um zwei Prozent verstärkten und damit die magnetischen Gegebenheiten an einem noch weiter entfernten Punkt simulierten, traten die Tieren unbeirrt ihren Heimweg an.
Als die Forscher jedoch das magnetische Gefälle um zwei Prozent schwächten und so die magnetischen Verhältnisse an einem Punkt auf der entgegengesetzten Seite des Teiches vortäuschten, kehrten die Molche prompt um und entfernten sich von ihrem Teich. “Das sind alles deutliche Hinweise auf eine magnetische Landkarte”, betont Tierforscher John Phillips. Bisher galt die Existenz einer solchen Karte als umstritten.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Molche bereits im Jugendalter bei ihren Wanderungen die magnetischen Gegebenheiten ihrer Umgebung kartographieren.
Andrea Hoferichter





