Schatz, hast du schon Brot gekauft? – Äußerungen dieser Art hört man immer wieder Menschen in Bussen und Bahnen den Teilnehmer am anderen Ende einer Handy-Verbindung fragen. Und es drängt sich einem die Frage auf: Tauschen Lebenspartner per Handy eigentlich nur Nichtigkeiten aus? Ja, in der Tat, belegt jetzt eine Studie des Handy-Unternehmens “Orange”, über die “BBC News” berichtet. Dennoch müsse davon ausgegangen werden, dass der kleine Schwatz per Handy zu einem wichtigen menschlichen Bedürfnis geworden ist.
81 Prozent der verheirateten oder in einer Beziehung lebenden Handy-Nutzer verwenden das Mobil-Telefon, um ihrem oder ihrer Liebsten zu sagen, dass sie später von der Arbeit nach Hause kommen. Immer noch 74 Prozent greifen zum Handy, um der besseren Hälfte zu erzählen, dass sie gerade zu spät zur Arbeit kommen. 67 Prozent nutzen das Handy als Erinnerungsanruf, damit eine Erledigung oder Besorgung nicht vergessen wird. 42 Prozent fragen ihre/n Liebste/n, ob sie ihm oder ihr etwas aus einem Laden oder aus dem Supermarkt mitbringen sollen. 28 Prozent wollen wissen, was es am Abend zu Essen gibt.
Interessanterweise werden aber die meisten Handynutzer sehr mundfaul, wenn es darum geht, der besseren Hälfte zu Hause zu sagen, dass man (oder frau) nach der Arbeit noch mit jemandem ein Bier trinken gegangen war. Ein Viertel der Handy-Nutzer räumte sogar ein, schon einmal einen Verkehrsstau erfunden zu haben, um den Kneipenbesuch nicht beichten zu müssen.
“Die Tatsache, dass 81 Prozent der Handy-Nutzer ihre Lieben auf dem Weg von oder zur Arbeit anrufen oder ansimsen, offenbart eine reale, fast universale Sehnsucht zu reden. Das ist etwas, was die meisten, die im Bereich der psychischen Gesundheit arbeiten, als fundamentales menschliches Bedürfnis anzuerkennen begonnen haben.”, kommentiert Brett Kahr, Psychotherapeut am Regent’s College in London die Studie.
Doris Marszk





