Vom 30. November bis zum 12. Dezember 2023 findet die Weltklimakonferenz COP28 statt, an der die 198 Vertragsparteien der UN-Klimakonvention – 197 Länder sowie die EU – teilnehmen. Ziel des inzwischen 28. Gipfeltreffens ist es offiziell, „die Lücken in der Umsetzung des Pariser Übereinkommens zu identifizieren und zu schließen“. Versäumnisse beim Klimaschutz sollen demnach benannt und nachgeholt werden, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad, maximal aber 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Diese Bestandsaufnahme, der sogenannte „Global Stocktake“, läuft bereits seit Jahren, soll in Dubai aber nun abgeschlossen werden. Künftig sollen Stocktakes alle fünf Jahre folgen. Auch Nachbesserungsmaßnahmen beim Klimaschutz einzelner Länder gibt es bereits in Form von Selbstverpflichtungen, doch diese reichen nicht aus. Daher sollen auf der COP28 auch weitere und noch konkretere Etappenziele festgelegt werden. So könnte beispielsweise erstmals offiziell festgelegt werden, dass, wie vom Weltklimarat gefordert, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 43 Prozent sinken sollen, damit das 1,5-Grad-Ziel erreicht wird.
Doch ob das Aufsetzen eines konkreten Fahrplans, geschweige denn seine Einhaltung, gelingen kann, daran weckt schon allein der Gastgeber der COP28 Zweifel: Die Vereinigten Arabischen Emirate fördern und verkaufen fossile Energieträger wie Öl und Gas im großen Stil. Zudem ist der Präsident der COP28, Sultan Al Jaber, Geschäftsführer des nationalen Ölkonzerns Adnoc und hat geleakten Dokumenten zufolge die Vorverhandlungen der COP28 dazu genutzt, neue Geschäfte mit fossilen Energieträgern vorzubereiten. Einen vollständigen Ausstieg aus Erdöl und Erdgas lehnt Al Jaber ab. Angesichts dessen und einer ohnehin starken Lobby der Gas- und Ölindustrie sind das keine guten Vorzeichen für die auf der Klimakonferenz angestrebte Abkehr von fossilen Energien und der Energiewende hin zu Erneuerbaren.
Die Ausgangslage: Unsere Welt zwischen Klimakrise und Kriegen
Doch nicht nur der Austragungsort erschwert die Verhandlungen auf der COP28, sagt der Klimaökonom Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der die Vorbereitungen und Gespräche vor Ort analysiert. Die Welt befinde sich insgesamt in einer aufgeheizten Lage, die schnelle Erfolge erschwert, so Schwarze. „Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt unaufhaltsam weiter auf Rekordwerte an. Schon jetzt ist absehbar, dass 2023 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden wird – und das erste Jahr, in dem die Weltgemeinschaft ihr 1,5-Grad-Ziel verletzt“, fasst Schwarze die jüngsten Entwicklungen zusammen. Welche negativen Effekte das hat, zeigen zum Beispiel die diesjährigen Wirbelstürme, ausgelöst durch einen sprunghaften Anstieg der Meerestemperaturen.





