Da traf es sich gut, dass Friedman und seiner Kollegin Leslie Martin noch alte Unterlagen vorlagen: Ihr 1956 verstorbener Kollege Lewis Terman hatte 1921 eine Gruppe von hochbegabten Kindern zu studieren begonnen. Deren weitere Lebenswege und Todesumstände untersuchten Friedman und Martin nun, unterstützt von einem Team von mehr als hundert Studenten und Doktoranden. 20 Jahre nahmen sie sich Zeit für die Recherchen und Analysen – und wurden mit vielen klaren und ziemlich unerwarteten Antworten belohnt.
So stellte sich beispielsweise heraus, dass das Eheleben zwar gut für die Gesundheit von Männern ist, für Frauen jedoch keine große Rolle spielt. Während verheiratete Männer mit großer Wahrscheinlichkeit 70 oder älter wurden, erlebten weniger als ein Drittel der geschiedenen Männer ihren 70. Geburtstag. Geschiedene Frauen dagegen wurden nahezu genauso alt wie ihre verheirateten Geschlechtsgenossinnen. Profitieren kann man auch von einem stressreichen Arbeitsleben: Kontinuierlich produktive Männer und Frauen lebten länger als diejenigen, die es eher ruhiger angehen ließen.
Vielleicht am überraschendsten war das Ergebnis, dass Glück und Gesundheit nicht in der Weise zusammenhängen, die die Forscher erwartet hatten: Nicht die fröhlichsten und humorvollsten der um das Jahr 1911 geborenen Mädchen und Jungen erreichten später das höchste Lebensalter. “Es waren die vorsichtigsten und hartnäckigsten Individuen, die am gesündesten blieben und am längsten lebten”, sagt Howard Friedman. Die Luftikusse und Optimisten dagegen neigten zu riskanten Lebensentscheidungen und kümmerten sich zu wenig um Gesundheit und Sicherheit – was letztlich ihr Leben verkürzte. Um die Ergebnisse des kalifornischen “Logevity Projects” auf eine kurze Formel zu bringen: Glücklich sein macht nicht gesund, aber Glück und Gesundheit können das Resultat eines umsichtigen, produktiven und nachhaltigen Lebensstils sein.





