Amerikanische Forscher haben möglicherweise ein Mittel gefunden, um scharfem Paprika seinen Schrecken zu nehmen. Die gleiche Arznei könnte zumindest theoretisch auch Menschen mit chronischen Gelenkschmerzen helfen.
Die Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital berichten im Fachblatt “Neuron” (Ausgabe vom 26. September), dass sie in Nervenzellen einen Signalweg entdeckt haben, der bei chronischen Schmerzen überaktiv ist. Die Signale sorgen dafür, dass in entzündlichem Gewebe auf Nervenzellen mehr so genannte TRPV1-Eiweiße gebildet werden. Es sind die gleichen Eiweiße, die im Mund auf Chili ansprechen, berichten die Mediziner.
Entzündliches Gewebe wird durch TRPV1-Eiweiße gegen Wärme und andere Reizungen überempfindlich. Betroffen sind davon zum Beispiel die Gelenke bei Menschen mit Arthritis. Zur Überraschung der Forscher sind keine Gene für die vermehrte Synthese des Eiweißes verantwortlich. Vielmehr regt ein zweites Eiweiß die Produktion an.
An diesem p38 getauften Molekül könnten nach Vorstellung der Forscher Medikamente wirken, um die Synthese von TRPV1 zu drosseln und auf die Weise die Überempfindlichkeit lindern. Darauf, ob mit weniger TRPV1 im Körper auch die Chili-Bohnen beim Mexikaner nicht mehr mit viel Wasser “gelöscht” werden müssen, wollten sich die Forscher aber nicht festlegen.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





