Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Shop
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-207
RedaktionE-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-345
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Ozeanerwärmung lässt Meerestiere schrumpfen
Erde & Umwelt

Ozeanerwärmung lässt Meerestiere schrumpfen

Diese Fossilien stammen von Kopffüßern aus der Zeit vor rund 183 Millionen Jahren. Das Auffallende: Sie sind nur halb so groß wie ihre Artgenossen direkt vor der damals herrschenden Wärmekrise. · Foto: © Kenneth De Baets

Der Effekt ist nicht neu: Fossilfunde legen nahe, dass viele Meerestiere schrumpfen, wenn ihre Umwelt aus dem Gleichgewicht gerät. Strittig war jedoch, wie verbreitet dieser Effekt ist und welche Rolle eine Klimaerwärmung dafür spielt. Jetzt bestätigt eine Studie: Eine Erwärmung der Ozeane lässt marine Organismen besonders stark schrumpfen. Der aktuelle Klimawandel könnte daher die Ökosysteme der Meere stark beeinträchtigen.
Autor
Paula Meister/ NPO
06. Juli 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Ob Muscheln, Krebse oder Fische: Fossilfunde und andere paläontologische Belege zeigen, dass viele Meerestiere auf Umweltkrisen mit einem Rückgang ihrer Körpergröße reagieren. Dieser „Liliput-Effekt“ zeigt sich vor allem während klimatischer und ökologischer Umwälzungen im Verlauf der Erdgeschichte. Weil viele dieser Studien aber nur eine Region oder einen Zeitausschnitt betrachtet haben, war bislang unklar, wie allgemeingültig dieser Liliput-Effekt ist und welche Treiber er hat.

Umweltstress macht Meerestiere kleiner

Um diese Fragen zu klären, haben nun Paulina Nätscher von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ihre Kollegen den Liliput-Effekt genauer untersucht. Dafür wertete das Forschungsteam fast 9000 dokumentierte Größenänderungen von Meerestieren aus. Die Daten stammten aus fossilen, historischen und modernen Untersuchungen. So konnten die Forschenden vergleichen, wie und wann sich die Körpergröße mariner Tiere über einen Zeitraum von rund 450 Millionen Jahren verändert hat. Das Team um Nätscher betrachtete verschiedene Umweltkrisen der Erdgeschichte, um herauszufinden, ob Meerestiere auf Krisen grundsätzlich mit kleinerer Körpergröße reagieren und ob dieser Effekt bei Erwärmungsphasen stärker ausfällt.

Das Ergebnis: „Unsere Daten belegen, dass die Abnahme der Körpergröße eine allgemeine Reaktion von Meerestieren auf Umweltkrisen ist“, sagt Nätscher. „Wir beobachten dieses Phänomen in sehr unterschiedlichen Tiergruppen, von Zwergwuchs in einzelnen Arten bis hin zu einer Dominanz kleinerer Arten in ganzen Lebensgemeinschaften. Er ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökosysteme unter Stress stehen.“ Den Analysen zufolge geschieht die Verzwergung durch unterschiedliche physiologische, ökologische und evolutionäre Mechanismen.

Ozeanerwärmung hat den stärksten Liliput-Effekt

Die Untersuchung klärt auch die Frage nach dem Effekt einer Ozeanerwärmung: Am deutlichsten war der Größenschwund der untersuchten Meeresorganismen, wenn sich die Ozeane anomal stark erwärmten. „Besonders ist, dass Krisen mit starker Erwärmung zu deutlich stärkeren und wechselhafteren Veränderungen direkt innerhalb der Arten führen, also zu einer echten Verzwergung“, erklärt Co-Autor Kenneth De Baets von der Universität Erlangen-Nürnberg. „Im Durchschnitt fallen diese Effekte bei Erwärmung etwa doppelt so stark aus wie bei anderen Krisen.“ Je stärker die Temperatur stieg, desto mehr ging die Körpergröße vieler Meeresorganismen zurück.

„Die Erdgeschichte liefert ein deutliches Warnsignal für die Zukunft der Ozeane“, sagt Kießling. In der Vergangenheit passierte die Erwärmung unter anderem durch vulkanische Aktivität und andere natürliche Ursachen. Heute treibt vor allem der menschengemachte Klimawandel die Erwärmung voran. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der derzeit beobachtete Rückgang der Körpergrößen vieler Meeresorganismen als Reaktion auf steigende Temperaturen weitergehen wird“, schreiben die Forschenden. Setzt sich die globale Erwärmung fort, könnten kleinere Körpergrößen in den Weltmeeren zur Regel werden. Das hätte Auswirkungen auf ganze Ökosysteme und die Fischerei, da kleinere Tiere Nahrungsketten verändern und nur noch kleinere Fische gefangen werden können.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Fachartikel: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, doi: 10.1073/pnas.2505564123

ErwärmungKlimawandelLiliput-EffektMeerestiereOzean
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer
Erde & Umwelt

Deutschlands Naturwunder des Jahres 2026: Die Teufelsmauer

30. September 2026

Sagenumwobene Felsen: Die Teufelsmauer - eine einzigartige Formation hoher Sandsteinfelsen am Harz-Nordrand - wurde zum Naturwunder des Jahres 2026 gewählt.

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz
Erde & Umwelt

Bäume: Mehr Zeit zum Wachsen bedeutet nicht immer mehr Holz

25. September 2026

Die steigenden Temperaturen verlängern die Vegetationsperioden. Bäume könnten dadurch länger Holz bilden und potenziell mehr CO₂ speichern – oder doch nicht?

Ein Haufen Arbeit
natur PlusErde & Umwelt

Ein Haufen Arbeit

24. September 2026

Unsere Autorin legt in ihrem Garten einen Kompost an. Mit der Zeit wird ihr jedoch klar: Sie gründet vielmehr eine WG – inklusive heißer Party.

Perspektivwechsel
natur PlusErde & Umwelt

Perspektivwechsel

24. September 2026

Eine goldbestäubte Biene, zankende Kraniche und Schneehasenspuren, die sich im endlosen Weiß verlieren: Die Gewinnerbilder des EuroNatur-Fotowettbewerbs laden…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite