Goldesel gibt es nur im Märchen, aber Bakterien, die wertloses, in Wasser gelöstes oxidiertes Gold “essen” und festes Goldmetall ausscheiden, besiedeln die Erde seit Urzeiten. Wie die Universität von Massachusetts in Amherst meldet, hat Derek Lovley zusammen mit seinen Kollegen in einem Laborexperiment nachgewiesen, dass eisenreduzierende Bakterien Goldmetall herstellen können.
Die Forscher glauben, mit ihrem Experiment auch eine Erklärung für die Entstehung der Goldlagerstätten auf der Erde gefunden zu haben. “Man findet in Wasser gelöstes Gold in Hydrothermalquellen auf dem Meeresboden”, sagt Lovley. In diesen Quellen, die man beispielsweise an den mittelozeanischen Rücken findet, wo neue Erdkruste gebildet wird, leben auch eisenreduzierende Bakterien. Lovley glaubt, dass die heutigen unterirdischen Goldlagerstätten von den Bakterien in solchen Quellen vor Urzeiten gebildet wurden.
Hoffnung auf eine kommerzielle Verwertung der “Goldesel-Bakterien” macht Lovley sich keine: “Das Problem ist, dass das Gold extrem verdünnt ist. Man kann aus einem riesigen Wasservolumen nur eine winzige Goldmenge gewinnen.”
Axel Tillemans





