Mit einem neuen mathematischen Modell können Wissenschaftler bestimmen ob Radrennfahrer während eines Radrennens Gruppen bilden. Die in den Gruppen fahrenden Atlethen haben gegenüber einzeln fahrenden Teilnehmern einen aerodynamischen Vorteil und sind deshalb schneller. Das neue Modell könnte helfen die Radrennen fairer zu machen und sie so zu gestalten, dass sich keine Gruppen mehr bilden können. Die Studie erschien im Wissenschaftsjournal Nature vom 13. September.
Graeme Ackland and David Butler von der University of Edinburgh untersuchten, unter welchen Rennbedingungen, wie beispielsweise Streckenlänge oder Startaufstellung, sich während eines Rennens Gruppen bilden. Nach einem Massenstart kommt es dann zur Gruppenbildung, wenn mehr als dreizehn Prozent der Rennteilnehmer den vor ihn fahrenden Teilnehmer sehen und aus eigenen Kräften einholen können. “Dann kommt es zu einem Schneeballeffekt”, erklärt Ackland. Wenn die Rennteilnehmer nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt starten, bilden sich die Gruppen entweder sehr schnell oder gar nicht, denn die Abstände zwischen den meisten Rennteilnehmern vergrössern sich während des Rennens immer mehr.
Das Modell kann auch für die Wettbewerbsgestaltung anderer Sportarten, wie Triathlon, hilfreich sein. So könnte die Länge der Schwimmstrecke so gewählt werden, dass die Teilnehmer getrennt werden, bevor sie in das darauf folgende Radrennen gehen.
Ähnliche mathematische Modelle beschreiben, wie Verkehrsstaus entstehen. Wenn ein Auto in einer Schlange gleich schnell fahrender Autos bremst, kann es dazu führen, dass das dahinter fahrende Auto stärker bremst. Durch einen Dominoeffekt entsteht dann ein Stau. Die Geschwindigkeit und die Verkehrsdichte bestimmen in diesem Modell ob ein Stau entsteht.
Ralf Möller





