Wüstenbewohner müssen sich einiges einfallen lassen, um jeden Tropfen Wasser auszukosten. Da ein Atemzug auch Feuchtigkeitsverlust bedeutet, sparen Mistkäfer Wasser, indem sie lediglich eines ihrer vielen Luftlöcher benutzen. Das berichten die südafrikanischen Forscher Marcus Byrne und Frances Duncan im Magazin The Journal of Experimental Biology (Bd. 205, S. 1602i).
Mist, vorzugsweise der von Elefanten, ist alles für die Insekten – Speisekammer, Brutplatz und Tränke: Doch das wenige darin enthaltene Wasser würde eigentlich nicht reichen, sie vor dem Austrocknen zu schützen. Da die Mistkäfer im Gegensatz zu anderen Käfern aber nur über eine Öffnung ausatmen, können sie so in ihrem Körper die wertvolle Flüssigkeit länger bewahren.
Die beiden Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Krabbeltiere in eine Box gesetzt und um ihre “Hüften” einer Art Gummileiste befestigt. Diese unterteilte die Kiste in zwei Hälften. Die Tiere atmeten nun ein und aus, und Byrne und seine Kollegin konnten so das ausgeatmete Kohlendioxid entweder im vorderen oder im hinteren Teil der Box messen.
Das Kohlendioxid war ausschließlich in der vorderen Hälfte vorhanden. Die Käfer atmen also mit den Atemlöchern in Kopfnähe aus, schlossen Byrne und Duncan. Nach weiteren Tests war klar, dass die Mistkäfer allein über die rechte Öffnung die Luft hinausbefördern.
Carolin Muck





