Arbeitsstress spielt keine Rolle
Männer sterben früher als Frauen. Das liegt an den Genen, Hormonen und am Verhalten, sagt Barbara Kalben aus Seattle, die in einer umfangreichen Studie die unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen untersucht hat.
Männer haben weltweit eine geringere Lebenserwartung – und das bereits im Mutterleib. Männer sterben nicht deshalb früher als Frauen, weil sie unter Arbeitsstress stehen. Berufstätige Frauen leben sogar länger als Frauen, die nicht arbeiten gehen.
Anscheinend schützt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Frauen. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron dagegen ist nachteilig und erniedrigt die Lebenserwartung. So zeige eine Studie vom Anfang des Jahrhunderts, dass kastrierte Männer länger leben, erklärt Kalben.
Nicht nur genetische und hormonelle Faktoren bewirken das frühzeitige Ableben der Männer, sondern auch das Verhalten. So verkürzt Rauchen die Lebenserwartung bei Männern im Schnitt um neun Jahre.
Dass Männer früher sterben, ist nicht nur bei den Menschen so. Fast im ganzen Tierreich haben die Männchen von den Rundwürmern bis zu den Primaten eine kürzere Lebenserwartung als die Weibchen.
Dr. Leyla Schmidt





