„Das Verfahren der Säugetiere ermöglicht, dass bereits aktive Jungtiere zur Welt kommen. Damit verkürzt sich die Zeit, in der sie hilflos Feinden ausgeliefert sind”, sagt Eisler. Feldhasen werden beispielsweise sogar besonders weit entwickelt geboren: Als typische Nestflüchter kommen die Jungtiere mit einem vollständig ausgebildeten Haarkleid und geöffnete Augen zur Welt und wiegen bereits bis zu 180 Gramm. Die Tragzeit dauert deshalb allerdings etwa 40 Tage und ein Wurf besteht meist nur aus ein bis fünf Jungtieren. „Bei Vögeln würde eine entsprechende Trächtigkeit zu Gewichtsproblem führen”, sagt Eisler. „Bei ihnen hat sich die bewährte eierlegende Fortpflanzungsweise ihrer Reptilien-Vorfahren erhalten”.
Die Urahnen der Säugetiere legten noch Eier
Doch auch die Säugetiere haben sich ursprünglich aus reptilienartigen Wesen entwickelt, die noch Eier legten. Erst im Laufe der weiteren Evolution dieser Tiergruppe hat sich die lebendgebärende Fortpflanzungsweise dann entwickelt und durchgesetzt. Dass die Vorfahren der Säugetiere einst ebenfalls noch Eier legten, belegen die wenigen noch heute existierende Ausnahmen: Die sogenannten Kloakentiere, wie beispielsweise das Schnabeltier. Sie legen Eier, ernähren die draus schlüpfenden Jungtiere allerdings durch Milch.
Dass die weitere Evolution der Säugetiere erneut Arten hervorbringt, die wieder Eierlegen, sei allerdings nicht zu erwarten, sagt Eisler: „Einmal etablierte Systeme werden in der Regel weiterentwickelt und angepasst und nicht wieder zurückgedreht”. Auch die zukünftige Evolution der Feldhasen wird deshalb vermutlich nicht zu eierlegenden Versionen der Langohren führen. Es beleibt also weiterhin Arbeitsteilung angesagt: Die Hühner legen die Eier und die Hasen verstecken sie.





