Die Nase wirkt offenbar auf ein Hirnteil, das die Intensität der Gefühle bestimmt. Das ist der Grund, warum Erdbeergeruch uns in angenehme Sommerstimmung versetzen kann und saure Milch uns den Appetit gründlich verdirbt, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift “Nature Neuroscience” (Online-Vorabveröffentlichung vom 21. Januar).
Der Psychologe Noam Sobel von der Universität Berkeley in Kalifornien hat zusammen mit Kollegen Versuchspersonen mit verschiedenen Gerüchen konfrontiert. Währenddessen beobachteten sie mit einem Tomographen die Aktivität im so genannten Mandelkern, einer Hirnregion, die bisher als Zentrum für unangenehme Gefühle galt.
Zu Überraschung der Forscher wurde der Mandelkern aber nicht nur bei üblen Gerüchen aktiv, sondern auch bei angenehmen. Die Aktivität im Mandelkern zeigte ziemlich genau die Intensität der Reaktionen auf bestimmte Gerüche an, schreiben sie. Ob die Reaktionen angenehm oder unangenehm waren, bestimmte dagegen das Stirnhirn.
Die Wissenschaftler machten ihren Fund zwar bei Studien mit der Nase, vermuten aber, das auch bei Eindrücken anderer Sinne der Mandelkern die Intensität der Gefühle bestimmt und das Stirnhirn die positive oder negative Bewertung vornimmt. Dennoch scheint die Nase eine besondere Stellung innerhalb der Gefühlswelt zu besitzen. Aus dem Riechhirn sind im Verlaufe der Evolution immerhin große Teile unserer Hirnhälften entstanden.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





