Die von dem Plutonium ausgehende so genannte Alpha-Strahlung zerstört jedoch die Kristallstruktur eines Keramikmaterials viel schneller als vermutet, wiesen Farnan und seine Kollegen nun allerdings nach: Die aus Kernen des Elements Helium bestehende Strahlung kann Atome aus dem Gittergerüst einer solchen Verbindung herausschlagen und so die Struktur nach und nach auflösen. Erprobt haben die Wissenschaftler die Wirkung an dem Mineral Zirkon, das in der Natur extrem häufig vorkommt und bisher wegen seiner Stabilität als günstiges Material für die Lagerung von Plutonium galt. Die Ergebnisse der Forscher könnten nun bedeuten, dass die Strategien für die Lagerung des radioaktiven Materials völlig neu überdacht werden müssen, kommentiert der Geowissenschaftler Rodney Ewing die Ergebnisse.
Plutonium kommt in der Natur nur in sehr geringen Mengen vor. Der größte Teil der weltweit vorhandenen rund 2.000 Tonnen Plutonium stammt aus der zivilen Kernenergie, ein Teil auch aus den Waffenprojekten der Supermächte. Häufigste Form ist das Isotop Plutonium 239 mit der sehr langen Halbwertszeit von 24.110 Jahren. Die Halbwertszeit gibt die Zeitdauer an, nach der nur noch die Hälfte des ursprünglich vorhandenen, radioaktiven Materials übrig ist. Die lange Halbwertszeit macht die Lagerung von Plutonium 239 besonders schwierig, da die Sicherheit über viele Jahrtausende hinweg gewährleistet werden muss.





