Als Betreiber der Photosynthese ist das Phytoplankton, also das pflanzliche Plankton, für die Produktion von mehr als der Hälfte des Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich. Bei der Bildung von Sauerstoff wird gleichzeitig Kohlendioxid gebunden. Die mikroskopisch kleinen Algen benötigen für ihr Wachstum neben einer Vielzahl von anderen Stoffen auch Eisen. Etwa zwanzig Prozent der globalen Meere haben jedoch nur geringe Eisenvorkommen. Hier sind die Mikroorganismen daher auf die eisenhaltigen Ausscheidungen von Pottwalen und ihren Verwandten angewiesen.
Zur Nahrungssuche tauchen Pottwale in Tiefen bis zu drei Kilometern ab. Da währenddessen nur die lebensnotwendigsten Körperfunktionen aufrechterhalten werden können, erleichtern sich die Tiere nahe der Wasseroberfläche ? und schaffen damit ideale Bedingungen für das Phytoplankton, das im oberen, lichtdurchfluteten Bereich des Wassers, der sogenannten euphotischen Zone, treibt. Nur hier ist eine effektive Photosynthese möglich. Zudem verteilen sich die flüssigen Pottwal-Exkremente gut und verbleiben für lange Zeit im Wasser.
Der kommerzielle Walfang sei somit für zweierlei Übel verantwortlich: Aufgrund des Populationsrückgangs vieler Walarten in den Gewässern des Südpolarmeers verbleiben nach Schätzungen der Wissenschaftler jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid in der Atmosphäre. Zudem sorge die extensive Walfischerei für einen jährlichen Rückgang von 450 Tonnen Eisen in der euphotischen Zone. Dieser Verlust an Nährstoffen hat nach Ansicht der Wissenschaftler nicht nur auf das Phytoplankton einen großen Einfluss, sondern auch auf die allgemeine Dynamik der Nahrungskette des Ozeans.





