Ob der Dekkan-Trapp in Indien, der Sibirische Trapp oder die Zentralatlantische Magmenprovinz: Magmatische Großprovinzen sind die größten Vulkangebiete der Erde. Wenn sie ausbrechen, können diese Supervulkane mehr als 100.000 Kubikkilometer Lava und Billionen Tonnen vulkanischer Gase wie Methan, Kohlendioxid und Schwefeldioxid freisetzen. Deshalb stehen zumindest einige dieser Ereignisse schon länger im Verdacht, die Auslöser großer Massenaussterben gewesen zu sein. “Mindestens vier der fünf großen Massenaussterben ereigneten sich zeitgleich mit solchen Flutbasalt-Eruptionen”, erklären Theodore Green vom Dartmouth College in New Hampshire und seine Kollegen. So traf der Ausbruch des Sibirischen Trapps vor rund 252 Millionen Jahren mit dem Massenaussterben am Ende des Perm-Zeitalters zusammen, die Zentralatlantische Magmenprovinz mit dem Ende der Trias und der Dekkan-Trapp-Ausbruch mit dem Ende der Kreidezeit.
Kein zufälliges Zusammentreffen
Doch steckt hinter diesen Koinzidenzen auch ein ursächlicher Zusammenhang? Um das näher zu untersuchen, haben Green und sein Team die Eruptionen aller bekannten magmatischen Großprovinzen zunächst in Bezug auf ihre Eruptionsintensität und -dauer kategorisiert. Dann setzten sie dies ins Verhältnis zu allen bekannte Faunenübergängen in der Erdgeschichte und ermittelten mithilfe mathematisch-statistischer Methoden den Grad der Korrelation. Das Ergebnis: “Wir stellen fest, dass die Korrelation zwischen den Ausbrüchen der magmatischen Großprovinzen und den Zeiten der Faunenübergänge weit jenseits des Zufalls liegt”, berichten den Forscher. Im Schnitt traf eine von 1,64 Eruptionen mit einem Aussterbe-Ereignis zusammen. Dieser Zusammenhang blieb auch dann noch signifikant, als das Team die fünf großen Massenaussterben aus dem Datensatz ausklammerte.
“Das demonstriert, dass sich die beobachteten Korrelationen zwischen den Eruptionen der magmatischen Provinzen und den phanerozoischen Faunenübergängen auch auf kleinere Aussterbe-Ereignisse erstreckt und nicht nur von den großen Massenaussterben bestimmt wird”, konstatieren Green und seine Kollegen. Auch für Phasen von weitreichendem Sauerstoffschwund in den Meeren, sogenannte ozeanische anoxische Ereignisse, gab es Übereinstimmungen mit vulkanischen Großeruptionen. “Es ist extrem unwahrscheinlich, dass diese Korrelation allein auf Zufall beruht”, so die Forscher. Zum Vergleich führten sie die gleiche Analyse auch für größere Asteroideneinschläge der Erdgeschichte durch. Bei diesen zeigte sich zwar für einzelne Einschläge wie dem Chicxulub-Asteroiden vor 66 Millionen Jahren ein Zusammenhang mit Aussterbe-Ereignissen. Dies ändert sich jedoch, wenn dieser aus der Analyse ausgeklammert wurde: “Wir finden keine ähnlich robuste Übereinstimmung zwischen dem radiometrischen Alter großer Einschlagskrater und den Massenaussterben”, schreibt das Team.





