Verräterisches Quecksilber
Jetzt jedoch könnten Lawrence Percival von der University of Oxford und seine Kollegen die fehlenden Puzzlestücke für das urzeitliche Untergangsszenario geliefert haben. Für ihre Studie hatten sie sechs Sedimentformationen in Großbritannien, Österreich, Argentinien, Grönland, Kanada und Marokko untersucht, die jeweils zur Zeit des Massenaussterbens am Ende der Trias entstanden sind. In den Gesteinsproben analysierten die Forscher den Quecksilbergehalt. “Denn der Vulkanismus ist eine der großen natürlichen Quellen für Quecksilber”, erklären sie. Das mit den vulkanischen Gasen ausgeschleuderte Schwermetall bleibt bis zu zwei Jahre gasförmig und kann dadurch in der ganzen Atmosphäre verteilt werden, bevor es ausfällt und sich am Boden ablagert. Der Quecksilbergehalt im Sediment kann daher Aufschluss geben über die Intensität und globale Wirkung von Vulkaneruptionen.
Es zeigte sich: In fünf der sechs Sedimentproben vom Ende der Trias fanden die Forscher stark erhöhte Quecksilberwerte. “Der Beginn dieser Quecksilberschwemme ereignete sich überall auf dem Globus synchron und zeitgleich mit dem Massenaussterben am Ende der Trias”, berichten die Wissenschaftler. Die genaueren Analysen enthüllten, dass die Schwermetalle damals in mehreren Pulsen ausgestoßen und abgelagert worden sein müssen. Die Ausbrüche der Zentralatlantischen Magmenprovinz waren demnach nicht nur an einige Stellen unregelmäßig, wie zuvor schon festgestellt, sondern die Aktivität des gesamten Vulkangebiets wechselte zyklisch. Drei der stärksten Pulse – und damit auch der stärksten Vulkanausbrüche – ereigneten sich dabei unmittelbar vor dem Ende der Trias, wie Percival und seine Kollegen berichten.
“Diese Ergebnisse stärken die Verbindung zwischen dem Massenaussterben am Ende der Trias und den Episoden vulkanischer Aktivität zu jener Zeit”, sagt Percival. “Ein solcher Vulkanismus muss die globale Umwelt über lange Zeiträume hinweg gestört haben und könnte auch die ökologische Erholung verzögert haben.”





