Der Verzehr von Grünlingen kann zu ernsthaftem Muskelzerfall führen. Im Extremfall endet der Genuss sogar tödlich, berichten französische Forscher in der Fachzeitschrift “The New England Journal of Medicine” (Ausg. 345, S. 798). Bisher galt der Wildpilz als essbar und wohlschmeckend.
Bei der vom Pilz hervorgerufenen ” Rhabdomyolose” werden Skelett- und Herzmuskulatur durch eine Vergiftung geschädigt. Es kann auch zum Versagen der Nieren und anderer Organe kommen. Die Patienten leiden unter Übermüdung, Muskelschwäche und ?schmerzen, Steifheit, dunklem Urin, Übelkeit und Erbrechen, beschreiben die Forscher.
Die Mediziner um Regis Bedry vom Universitätskrankenhaus in Bordeaux hatten die medizinischen Akten von sieben Frauen und fünf Männern untersucht, die etwa sieben Tage nach dem Verzehr von Grünlingen mit einer Rhabdomyolose ins Krankenhaus gekommen waren. Alle Patienten im Alter von 24 bis 61 Jahren berichteten, drei oder mehr Mahlzeiten mit dem Wildpilz gegessen zu haben. Drei Patienten sind an der Vergiftung gestorben.
Die Giftigkeit des Grünlings konnten die Forscher in Tierversuchen bestätigen: Extrakte des Pilzes verursachten auch in Mäusen eine Rhabdomyolose.
Cornelia Pfaff





