Kinder mit schwer zu behandelnder Epilepsie könnten zukünftig schneller und besser therapiert werden. Die American Academy of Neurology, eine Vereinigung von mehr als 17.000 Neurologen und neurowissenschaftlichen Professoren, hat nun eine Studie in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht, mit deren Hilfe schwer zu behandelnde Epilepsie bei Kindern besser vorherzusagen ist.
Für ihre Studie untersuchten die Neurologen 613 Kinder mit neu diagnostizierter Epilepsie im Bundesstatt Connecticut. Sie begleiteten den Krankheitsverlauf der Kinder mindestens 18 Monate, durchschnittlich aber über fünf Jahre. 10 Prozent der Studienteilnehmer erfüllten die Kriterien einer nur schwer zu bändigenden Epilepsie. Die Kriterien hierfür waren erfüllt, wenn mindestens zwei geläufige Medikamente gegen die Krankheit nicht anschlugen. Außerdem erlitten die Kinder einen oder mehr Anfälle pro Monat über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Die Wissenschaftler um die Studienleiterin Anne T. Berg identifizierten drei Faktoren, die das Risiko einer schwer zu behandelnden Epilepsie erhöhen. Kinder mit cryptogenischer und mit symptomatischer Epilepsie haben das größte Risiko. Erstere sind bei ihrem Anfall für gewöhnlich sehr jung, oft jünger als ein Jahr, zeigen aber keine neurologischen Störungen. Leiden Kinder unter symptomatischer Epilepsie, zeigen sich neurologische Abnormitäten und sie tragen ein Risiko von 35 Prozent, zu den schwer zu behandelnden Fällen zu gehören.
Auch häufige Anfälle, mit einem Minimum von einem Anfall pro Monat, lassen sich oft nur schwer therapieren. Die Neurologen raten in diesen Fällen, gleich aggressivere Behandlungsmethoden anzuwenden. Etwa chirurgische Eingriffe, neu zugelassene Medikamente, die eventuell schwerere Nebenwirkungen als die gängigen Mittel verursachen, Stimulation der Vagusnerven und eine spezielle Ernährung.
“Die Identifizierung der Kinder ist der erste Schritt. Nun müssen wir herausfinden, welche Behandlung die Beste für sie ist”, sagt Gregory Holmes von der Harvard Medical School, der zur Veröffentlichung ein Editorial beisteuerte.
Dr. Dagmar Knopf





