Haie, Mantas und Rochen können schwache elektromagnetische Signale wahrnehmen. Wie sie das tun, ist bislang unklar. Doch ein Forscherteam um Brandon Brown von der University of San Francisco hat jetzt geklärt, dass das Sinnesorgan, das Biologen für diese Aufgabe in Betracht ziehen, auch die geeigneten elektrischen Eigenschaften hat.
Wie die Forscher im Fachblatt Physical Review E (Bd. 65) berichten, ist das Sinnesorgan – ein System aus drei bis zwanzig Zentimeter langen Kanälen und kolbenförmigen Höhlen – mit einem Gel aus Glykoproteinen gefüllt. Zu diesen “Eiweißzuckern” gehören beispielsweise Bestandteile des Blutes und der Körperschleime.
Brown und seine Kollegen entnahmen Exemplaren von drei Hai-Arten nach ihrem Tod dieses Gel und führten daran elektrische Messungen durch. Sie bestimmten zum Beispiel die Leitfähigkeit des Gels bei verschiedenen Temperaturen. Mit Hilfe der Elektrophorese untersuchten sie die Zusammensetzung des Gels. Dabei stellte sich heraus, dass die Gele der drei Haiarten ganz unterschiedlich aufgebaut sind.
Zwar können die Forscher die genaue Funktionsweise des elektrischen Sinnes nicht klären, sie kommen jedoch zu dem Schluss, dass das Gel gut für die Aufgaben des Elektro-Sinns geeignet ist. Haie spüren mit Hilfe dieses Sinns versteckte Beutetiere oder Geschlechtspartner auf und orientieren sich mit ihm am Erdmagnetfeld.
Ute Kehse





