Manche Kobras können ihre Beute oder einen Gegner nicht nur durch einen Biss zur Strecke bringen. Arten wie die Rote Mosambik-Speikobra oder die Schwarzhals-Speikobra sind in der Lage, Widersacher durch einen Schlitz in den Giftzähnen mit ihrem Toxin zu bespucken. Dabei schaffen es die Schlangen erstaunlich oft, selbst aus einer Entfernung von mehreren Metern die Augen ihres Gegenübers zu treffen. Die Folge sind schwere Verätzungen, die häufig zur Erblindung führen. Woher die verblüffende Treffgenauigkeit der Speikobras kommt, hat jetzt Katja Tzschätzsch von der Universität Bonn herausgefunden. Die Zoologin hatte – verborgen hinter einem Plastiksichtschutz – Speikobras dazu provoziert, sie mit Gift zu bespucken. Da der Sichtschutz mit dem Pigment Rhodamin bestäubt war, das Flüssigkeiten rot einfärbt, konnte man sehen, wo das Toxin im Gesicht aufgetroffen wäre: fast immer mindestens auf einem Auge. Als Tzschätzsch den Spuckvorgang mit einer Hochgeschwindigkeitskamera filmte, erkannte sie, warum. Während die Schlangen das Gift abfeuern, bewegen sie ihren Kopf sehr schnell hin und her. Der Vorgang dauert nur eine zwanzigstel Sekunde und ist mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar. Die rasche Kopfbewegung bewirkt, dass sich das Gift über das Ziel verteilt und ein Treffer im Auge dadurch sehr wahrscheinlich ist.





