Wissenschaftler befürchten, dass sich die Vogelgrippe weltweit ausbreiten könnte. Hintergrund ist eine besonders aggressive Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1, die in China unter Zugvögeln grassiert. Zuvor hatte man angenommen, dass eine Ansteckung von Wildvögeln untereinander nicht möglich sei. Doch in einem der wichtigsten Brutgebiete für Zugvögel aus Südostasien, Australien und Osteuropa, dem Qinghai-See im Westen Chinas, sind schon Tausende von Tieren an H5N1 verendet, vor allem Streifengänse und Möwen. Forscher wie George Gao von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften gehen davon aus, dass viele Vögel den Erreger in sich tragen und auf dem Rückflug in ihre Heimat andere Zugvögel infizieren könnten.
Wie gefährlich die neue H5N1-Variante ist, haben Tests von Jinhua Liu von der Chinesischen Landwirtschaftlichen Universität in Peking gezeigt. Hühner und Mäuse, denen er das Virus injizierte, starben innerhalb von 20 Stunden. Genetische Untersuchungen des Erregers ergaben außerdem, dass er eng mit dem Virusstamm verwandt ist, der Erkrankungen bei Menschen verursachen kann. Zwar wird H5N1 bislang nicht von Mensch zu Mensch übertragen, die Forscher warnen aber vor einer entsprechenden Mutation.





