Vögel passen sich mit ihrem Gesang offenbar gut der Akustik des Waldes an. Leben sie in Bodennähe, wo der Schall weniger weit trägt, sind ihre Tonfolgen langsamer und tiefer, halten sie sich vorwiegend in den Baumkronen auf, bevorzugen sie hohe, schnelle Gesänge, die dann weithin zu hören sind. Das berichten der Wiener Wissenschaftler Erwin Nemeth und seine Kollegen im “Journal of the Acoustical Society of America” (Nr. 110, S. 3263).
Die Forscher von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hatten im Regenwald von Venezuela bei fünf Arten von Ameisenfängern den Gesang und dessen Reichweite untersucht. Der langsame, von tiefen Tönen geprägte Gesang des Fleckbrust-Ameisenjägers etwa trug in Bodennähe am besten, wo sich dieser Vogel auch meist aufhält.
Die Vögel müssen ihre Gesänge eben den akustischen Gegebenheiten anpassen ? ähnlich wie ein Komponist, der beispielsweise Kirchenmusik schreibt und dabei die Akustik einer Kirche berücksichtigen muss, so Nemeth.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





